Urlaub im Südwesten Frankreichs

Ein paar Worte zu zwei Anlagen im Département Gironde

Vor kurzem sind wir von unserem Urlaub in Euronat zurückgekehrt. Es folgt hier eine Schilderung unserer (sehr positiven!) Eindrücke, die natürlich unsere persönliche Sicht der Dinge beschreibt.Es ist vorauszuschicken, dass wir zum ersten Mal unseren Urlaub in Euronat verbracht haben, zuvor waren wir, so es ein Urlaub an der südfranzösischen Atlantikküste sein sollte, stets im „La Jenny“ in Le Porge, ca. 100km südlich von Euronat. Wenn ich richtig gezählt habe, waren wir zuvor neun Mal im La Jenny. Also sind wir eine Art „La Jenny“-addicts…

Es kann natürlich nicht ausbleiben, dass man die Anlagen miteinander vergleicht, obwohl es entscheidende Unterschiede zwischen beiden gibt.

Größe der Anlagen, Zweckbestimmung

Mit 335ha ist Euronat fast doppelt so groß wie das „La Jenny“ mit etwa 180ha. Euronat bietet Campern, Wohnmobilen, Wohnwagen und Chaletbewohnern gleichermassen eine schöne Unterkunft, wohingegen das „La Jenny“ nur Chalets anbietet, davon jedoch eine sehr breite Palette an Komfort- bis Luxusstufen. Die schiere Größe des Euronat macht die Anmietung von Fahrrädern nötig. Je nach gemietetem Chalet ist auch schon ein Fahrrad dabei – so wie z.B. in unserem Chalet. Allerdings musste ich es zuvor reparieren und die Reifen aufpumpen, danach lief es prima. Die bei Jeuronat gemieten Fahrräder sind extrem teuer. Es gibt leider auch Zeitgenossen, die auf die ökologische und ökonomische Fortbewegung mittels Fuß oder Fahrrad verzichten, und tagtäglich mit dem Auto(!) an den Strand und zum Einkaufen fahren.

Die Anlagen sind der Übersichtlichkeit halber aufgeteilt. Das „La Jenny“ teilt sich in die Südhälfte mit den einfacheren Unterkünften und in die Nordhälfte mit den Luxusvillen und dem Golfplatz. Überflüssig zu erwähnen, dass wir die Südhälfte vorziehen. Das Euronat bestehr aus etwas mehr Teilen, welche nach den Erdteilen benannt sind: Ozeanien, Asien, Europa, Südamerika, Afrika, Nordamerika. Daneben das Campingareal, jenes für Wohnwagen, und für Wohnmobile.

Der Strand

Der Sandstrand, welcher zu den jeweiligen Anlagen gehört, ist immens lang – man kann auf beiden Stränden kilometerweit nackt dem Meer entlang spazieren. Euronat’s Strand ist ein wenig schmaler – natürlich je nach Tide schmal bis mittelmässig breit, und gesäumt von einer unter den Dünen begrabenen Straße, was zu einer Art Abbruchkante vor dem Sand führt, welche nicht gerade schön anzusehen ist. Ebenfalls nicht schön anzuschauen sind die vielen halbverrotteten Bunker mitten im Sandstrand, welche zu Hitler’s Atlantikwall gehörten. Mehr Information gibt’s auch hier. Eine Spezialität des Euronat ist das Vorkommen eines grau-grünen Schlamms. Im Sand sind überall solche Brocken verteilt. Unser Forumsmitglied leucatien hat sich und seiner Frau eine solche kostenlose Schlammpackung gegönnt, wie man hier sehen kann. Trotz des lustigen Schlammerlebnisses geht der Punkt für einen schönen Strand klar an das „La Jenny“.

Infrastruktur

„La Jenny“ hat als Zentrum der Anlage einen schönen Poolbereich, der für jeden Geschmack und jede Schwimmfähigkeit etwas bietet. Rund um den Pool ist eine Sonnenterrasse, welche am Abend auch als Zuschauertribüne für die Darbietungen dient. Am Pool sind zwei Restaurants mit Bar angegliedert. Hinter diesem Zentrum befindet sich die eher bescheidene „Einkaufsmeile“ mit Lebensmittelladen, Boutiquen, Coiffeur, und dreimal pro Woche einem Fischstand.

Das Euronat hat keinen eigentlichen Pool, als Ersatz dient allenfalls die Schwimmhalle mit angegliedertem kleinen Außenpool für die Kinder. Der Eintritt in diese Halle ist kostenplichtig, sofern man nicht bei Miramare gebucht hat, wo man einen kostenlosen Eintritt für die Dauer des Aufenthalts bekommt. Beide Anlagen haben auch eine Sauna, wobei die Sauna im Euronat Bestandteil des Thalassozentrums ist. Auch hier gibt Miramare pro Person einen Eintritt kostenlos.

Das eigentliche Herz des Euronat ist der Hauptplatz mit den Ladenfronten. Es gibt eine Vielzahl an Läden mit einem hervorragenden Angebot. Eine Aufzählung würde hier zu weit führen – einen Überblick vermittelt Peter Rieger auf seiner Euronat-Webseite. Was die Freundlichkeit in den Läden anbetrifft, und die Qualität der angebotenen Waren: Dieser Punkt geht klar ans Euronat! Und der Punkt für die Poolanlage gehört erwartungsgemäß dem „La Jenny“.

Leider befinden sich im Euronat ein paar sehr ungepflegte Stellen. Dazu gehören völlig verlotterte Tennisplätze, welche nicht mehr in Betrieb sind, aber auch ein völlig verschlammter Tümpel zwischen der Schwimmhalle und dem Thalassozentrum. Ein klarer Minuspunkt fürs Euronat.

Unterkunft im Chalet

Beide Anlagen bieten Chalets für jeden Geschmack an. Die Unterkünfte im „La Jenny“ sind, gemessen an dem gebotenen Komfort, um Einiges teurer. So zahlt man für die Minimalunterkunft „Tourterelle“ im „La Jenny“ etwas mehr als für ein Chalet „Périgord A“ im Euronat, erhält dafür aber eine absolut spartanische Einrichtung. Wo man im Euronat einen echten Glaskeramik-Kochherd mit Backofen hat, kriegt man im „Tourterelle“ gerade mal ein Réchaud mit zwei kleinen Massekochplatten. Die Chalets im „La Jenny“ sind mehrheitlich im Besitz der Anlage, und jene im Euronat vorwiegend in Privatbesitz.

Animation, Personal und Sportangebot

Das Euronat wie das „La Jenny“ bieten Animation in unterschiedlicher Ausprägung an. Im Euronat gibt es tagsüber vielerlei kunsthandwerkliche Tätigkeiten, wie z.B. Zeichnen, Musizieren, Töpfern, etc., und abends gibt es ab und zu Musikdarbietungen in dem Geschäftszentrum.

Das „La Jenny“ legt den Schwerpunkt tagsüber mehr auf Sport (Golf, Tennis, Bogenschießen etc.) und jeden Abend werden Animationen am Pool angeboten. Alle zwei Wochen wird mit den Kindern, die in den entsprechenden Clubs organisiert sind, ein Musical zusammen mit dem Animationsteam choreographisch einstudiert. Und Freitag abends wird das Musical mit Playback-Musik am Pool aufgeführt.

Jeden Sonntag wird am Pool mittags das gesamte Animationsteam vorgestellt, wo sich die Neuankömmlinge anschließend bei den Animatoren für das gewünschte Programm einschreiben können. Der Punkt für die Animation gehört dem „La Jenny“.

Das Angebot an Sport ist auf beiden Anlagen reichhaltig. Neben Tennis, Bogenschießen etc. bietet das „La Jenny“ (kostenpflichtig) zusätzlich Golf mit 9 Löchern an. Beide Anlagen haben einen Bouleplatz, wobei das Euronat einen viel größeren und besser gelegenen Platz hat. Der Boule-Punkt geht ans Euronat!

Community

Mit dem „neudeutschen“ Wort Community bezeichne ich die Selbstorganisation der Besucher und Hausbesitzer. Die ist im Euronat äußerst aktiv und kreativ, beschäftigen sich doch gleich mehrere Webseiten mit dieser Urlaubsanlage. Es fällt auf, dass diese Seiten mehrheitlich von Deutschen betrieben wird, was kein Nachteil sein muss, ist doch die Mehrheit der Euronat-Kundschaft aus Deutschland. Auch der WLAN-Zugang in verschieden Dörfern (villages) wird durch einen in Euronat ansässigen Deutschen, Wolfgang Kemper, angeboten.

Es gibt eigens ein Forum für die Freunde des La Jenny, wo Tipps und Ratschläge ausgetauscht werden können.

Im Gegensatz dazu gibt es für das „La Jenny“ einen Verein „Les Amis de la Jenny“, aber deren Webseite ist für Nichtmitglieder nicht einsehbar. Somit geht der Community-Punkt klar ans Euronat!

Die Nacktheit

Zu diesem Thema eine Vorbemerkung. Es wurde schon viel darüber diskutiert, ob angezogene Menschen einen Nackten stören können. Auf diese Frage will ich nicht näher eingehen. Ich selbst störe mich nicht an den Menschen, die ihre Blöße bedeckt haben. Ich störe mich jedoch sehr an der kollektiven Haltung, die zu dieser Bedeckung führt. Kurz gesagt, ich befürchte, dass durch diese Haltung die Paradiese im Sinne Adolf Kochs zerstört werden und zu Plätzen der Beliebigkeit („clothing optional“) umfunktioniert werden.

Noch in keiner naturistischen Anlage sind mir soviele angezogene Menschen aufgefallen wie in Euronat. Es scheint sich ein Konsens zu etablieren, der es den Besuchern verbietet, sich nackt von Ort zu Ort zu bewegen. Selbst an dem heißesten Tag (34°C) sind die Leute mit Bikinis, Shorts etc. an den Bouleplatz, an den Strand etc. gepilgert, um sich dann am Zielort (vielleicht) doch noch zu entblößen. Nach getanem Boulespiel, in der Sonne liegen etc. geht das Spiel in umgekehrter Richtung von neuem los – man zieht sich wieder an.

Selbst die Jugendlichen haben ihren Euronat-Konsens entwickelt: Außer zum Sonnen ist Nacktheit absolut „uncool“. So sitzen sie denn abends auf den Stangen im Geschäftszentrum, in Schlabberhosen, Schlabbershirts, Bikini etc. gewandet und feixen die alten Kerle wie mich an, die die Nacktheit von Anreise bis Abfahrt genießen. Ich grüße natürlich freundlich zurück, und enttäusche die Erwartung der Jungen, welche mindestens meine Konsternation antizipieren…

Dagegen nimmt sich die Direktive des „La Jenny“ direkt harmlos aus: man möge sich auf dem Weg zum Strand „minimal bekleiden“. Dies deshalb, weil der Weg von der Anlage zum Strand über einen öffentlichen Weg führt. Ich brauche wohl nicht betonen, wie unsäglich ich diese Direktive finde…

Auf der positiven Seite beim „La Jenny“ ist zu bemerken, dass sämtliche Animateure und Animateurinnen nackt sind, ganz im Gegensatz zum Euronat, wo offenbar von ihnen Bekleidung erwartet wird.

Was die Akzeptanz der Nacktheit, und die Erhaltung eines Paradieses betrifft: Einen Pluspunkt fürs „La Jenny“, zwei Minuspunkte fürs Euronat.

Was bleibt?

Beide Anlagen haben ihre Meriten, beide Anlagen haben ihre Nachteile. Im Rückblick kann ich sagen, dass wir den jüngsten Urlaub im Euronat sehr genossen haben, und sicher wiederkommen werden. Aber, um die Worte meiner geliebten Gefährtin Irene zu zitieren: Das nächste Mal am Atlantik aber bitte wieder im „La Jenny“. Womit sie Recht haben könnte, auch mich zieht es im Moment eher wieder 100km weiter südlich…

Innehalten

Zwischendurch ist es gut, innezuhalten. Einen Ruhepunkt in der Hektik des Alltags zu finden. Ein Buch kann dabei helfen. Und wenn das Buch Anregungen gibt zum bewußten Dasein, umso besser.

Der Reiseführerautor und Eßkritiker Wolfgang Abel, zugleich Inhaber des Oase-Verlags, gibt mit seinem Buch Badische Küchenkunde mehrfach Anlaß zum Innehalten. Er beschreibt sehr schön den Weg zurück zum Ursprünglichen, Einfachen, aber mit einem durchaus elitären, kompromißlosen Anspruch an die Qualität der Grundnahrungsmittel. Wer in diesem Buch blättert, wird vielleicht die „Denke“ entdecken, die es mir angetan hat.

In bisher keinem mir bekannten Kochbuch wird die wichtigste Zutat von jedem Essen beschrieben: TLC (tender loving care). Egal, was mit TLC zubereitet wird, das Resultat ist Balsam für die Seele.

Ja, die Lektüre eines guten Buchs, das Verzehren einer kleinen, einfachen Mahlzeit, wo alles stimmt – all das gehört zu den kleinen Glücksmomenten, die das Leben so unendlich wertvoll machen.

Zitat aus dem Buch, unter dem Titel „KLINISCH KOCHEN“:

Klinische Küche macht höchstens satt, aber nicht zufrieden.

Die klinisch saubere Edelstahlküche mit Dampfgarer und digitaler Temperaturanzeige ist das Gegenteil jener Mamaküchen, in der bleibende Geschmacksbilder entstehen. Auch die Menüs vieler Sterneköche sind in diesem Sinne klinisch. Ihre Teller mit apart nebeneinandergesetzten Komponenten wirken exakt, aber isoliert und so seltsam beziehungslos wie die Klientel:

Entwurzeltes Scheckkartenpublikum, das über Geld, Langeweile und Stoffwechselprobleme verfügt.

Fadheit, artifizielle Optik, die Ausrottung von Krusten und Fettschichten, die weltweite Verwendung von kalibrierten Filets und Luxusprodukten, das putzige Schnitz-Gemüse – alles weist in eine Richtung: Das Abschaffen iles Kochens als sinnlicher Vorgang zugunsten einer klar planbaren Dienstleistung. Zu recht hat PETER KUBELKA, Professor für Film und Kochen in Frankfurt, darauf verwiesen, daß ein großer Koch heute eher etwas mit einem General gemein hat. Er muß „logistisch talentiert sein, große Truppen bewegen können, den Nachschub planen”. Entsprechend kampfbetont wirken denn auch die Darbietungen dieser Männerküche, die nach Schlachtplan abläuft, in der Emotionales keinen Platz hat, es sei denn als Wutausbruch. Die persönliche Auswahl von Lebensmitteln, langwierige, gar riskante Zubereitung, alles Sinnliche wird als lästiger Störfaktor begriffen.

In Mamas Küche lernt man dagegen aromatisch hassen und lieben, man erfährt, wie schmal der Raum dazwischen sein kann und begreift, daß Vorlieben mit der Zeit gehen. Auch aus Ablehnung kann bekanntlich Freundschaft werden – wie im Falle von Leber, Spinat & Co. In einer klinischen Küche wirkt dagegen schon der Glöckchenschlag der Mikrowelle wie ein letzter emotionaler Rest. Zufriedenheit entsteht in solcher Umgebung nicht; das jojohafte Auf und Ab von Imponiermenü und Blitzdiät müßte eigentlich allen klinisch Kochenden Warnung genug sein.

Aber dann paßt doch alles zusammen: Die keimfreien »Turboküchen« von heute folgen der Logik von Geländewagen. Und mit dem fährt man ja auch nicht auf den Acker zum Kartoffeln rausmachen, sondern in den SB-Markt zum Kühltruhen leeren.

An anderem Ort hat Wolfgang Abel beschrieben, dass der Deutsche der Auswahl des Motorenöls für sein Auto mehr Aufmerksamkeit widmet als der Auswahl seinr Speiseöle. Ich fürchte, dass Herr Abel Recht behalten sollte…

Begegnungen

Im Internet wird viel berichtet von möglichen Begegungen. Manchmal frage ich mich, ob diese Begegnungen in der Phantasie derjenigen Menschen stattfinden, die von ihnen berichten. Möglicherweise hat der vernetzte Bildschirm die ähnliche Wirkung wie das Auto als Verkehrsmittel. Man kommt nicht in Kontakt zu den Menschen. Bei meinen Flugreisen bin ich immer wieder überrascht, wie vielen netten Menschen ich begegne. Dasselbe gilt natürlich für das Reisen mit der Bahn.

Aaaaber – ja, ein langes “aber” musste kommen. Es kommt sehr darauf an, wie man den Mitmenschen entgegentritt. Es gibt dazu eine schöne Geschichte aus alter Zeit™:

Vor den Hügeln einer großen Stadt saß ein alter Mann. Ein Fremdling näherte sich ihm und fragte „Sag an, was für Menschen leben in dieser Stadt?“

Der Alte ließ sich Zeit mit der Antwort, fragte den Fragesteller, wo er herkam, und schließlich, was für Menschen er denn dort kennengelernt habe. „Die Menschen dort sind unzuverlässig und heimtückisch, stets auf ihren Vorteil bedacht und unfreundlich, weswegen ich dort weggezogen bin.“

Der Alte sagte bedauernd „Nun, ich fürchte, Dich enttäuschen zu müssen. Du wirst die Leute hier nicht anders finden.“

Etwas später zog ein anderer Fremder vorbei und stellte dieselbe Frage. Auf dieselbe Gegenfrage meinte er „in meiner Stadt leben fröhliche Menschen, die gastfreundlich und hilfsbereit sind, Freunde in der Not und von Herzen gut.“

Der Alte sagte ihm „Du wirst Dich in dieser Stadt wohlfühlen. Du wirst die Leute hier nicht anders finden.“

(Verfasser unbekannt)

Es geht also darum, dem anderen offen, ohne Mißtrauen zu begegnen. Ob das noch möglich ist, wenn man sich voller Argwohn auf ein arrangiertes Treffen verabredet? Ja, das Internet als große Jekami-Veranstaltung bietet solche Treffen gegen bares Geld an: Flirtbörsen, Dating-Agenturen usw. Wohlgemerkt, dies hat nichts mit einer professionellem Partnervermittlung wie z.B.  Maria Klein zu tun. Hier handelt es sich in der Regel um Werbeagenturen, die mit irgendwelchen Software-Programmen, die die Fragebögen vergleichen,  das schnelle Geld machen möchten. Und, wie könnte es anders sein, dazu gibt es  bereits die Metaebene: Leute, die sich mit den Auswüchsen dieses Marktes auseinandersetzen. Schade, dass diese Auseinandersetzung so wortreich daherkommt, wie ich es gestern moniert habe.

Sich auf etwas einlassen

Ab und zu passiert es: man trifft auf einen Menschen, oder auf einen Text im Internet, kurzum auf eine Meinung. Und man kann nur noch eins zu dem Gedanken sagen: genauso ist es!

Heute morgen ist es mir wieder mal passiert. Bei der Durchsicht der von mir bevorzugten Blogs bin ich auf einen Beitrag von Vincent Klink gestoßen. Der Meisterkoch nimmt Bezug auf auf ein einfaches, delikates Gericht und macht sich Gedanken darüber, dass wir heutzutage vor lauter Suche nach der Vielfalt am kleinen Glück vorüberrennen. In seinen Worten klingt das so:

„Viele Menschen sind tief verunsichert und so handeln und leben sie auch. Enge Bindungen werden nicht mehr riskiert, ein scheinbares Gefühl für Freiheit wird gepflegt indem man sich Hintertürchen offen hält, hier etwas mitnimmt und sich dort nur zu kleinen Teilen einlässt. Geduld, sich auf etwas einzulassen, so etwas wie Leidenschaft entwickeln, das funktioniert immer schlechter. Man rauscht durch den Alltag und hat den Kopf voll mit Halbheiten, mit Gedankenschnipseln und nennt sich dann trügerischerweise “informiert”.

Beim Fernsehen wird nur noch gezappt, weil man in der Angst lebt etwas anderes zu verpassen. In Magazinen und Zeitungen macht sich deshalb das “Prinzip Bildzeitung” breit. Riesige Überschriften und dann kommt nicht mehr viel.

Beim Essen ist es nicht anders. Deshalb sind Amuse-Bouche-Menüs in Mode gekommen, eine kleine Delikatesse reiht sich an die andere und Reagenzglasweise werden die Weine dazu serviert. Ist man dann Zuhause weiss man nicht mehr viel, ausser dass es schön war.“

Für mich besteht der Schlüssel zum persönlichen Glücksempfinden darin, sich auf etwas einlassen zu können. Egal, was es ist: Mach das, was Du gerade tust, mit ganzem Herzen.

Verschleierung von E-Mail-Adressen

Heute bin ich einem interessanten Artikel begegnet. Der Autor dieses blogs stellt fest, dass eine Verschleierung einer E-Mail-Adresse mehr dem Missbrauch dient als sie ihn verhindert. Eine übliche Verschleierung ist “name at firma dot com”. Eine einfache Google-Recherche auf den Suchbegriff “* at * dot com” erbringt mehr als 15 Millionen Resultate. Da Google die Suche auf “@” – was eine übliche E-Mail-Adresse kennzeichnen würde – verhindert, ist die Verschleierung ein echter Gewinn für die Spam-Verteiler.

Rechtschreibeprüfung

Ich habe soeben einen neuen Zeitvertreib entdeckt: Gib’ einem Textverarbeitungsprogramm ein Wort zur Überprüfung, und freu’ Dich über die vorgeschlagenen Varianten, wenn es dieses Wort nicht kennt!

OpenOffice Writer kennt offenbar keine “Naturistenfamilien”. Interessant, was es als Ersatz dafür vorschlägt:

  • Aristokratenfamilien
  • Algorithmenfamilien
  • Bauernfamilien
  • Familienministern (sic! Was auch immer das sein soll…)

Jedenfalls hat die vorgeschlagene “Aristokratenfamilie” ein Forumsmitglied zu einem philosophischen Gedankenspiel angeregt, wie man hier lesen kann. Ob SUN Microsystems Inc. als federführender Teil der Entwicklung von OpenOffice sich der kreativen Wirkung bewußt ist?

Vernetzung

Es gibt es doch noch: Engagement für eine Sache, ohne die Aussicht auf einen materiellen Gewinn zu haben. Als Beispiel heute: die Weblogs. So können Leute, die aus den unterschiedlichsten Ecken kommen, zueinander finden. Der gemeinsame Nenner, die sie verbindet, heißt: Freude am gepflegten Gespräch. So geht Vernetzung: Maria Klein verweist in ihrem blog auf unser nacktKULTUR-Forum.

Zurecht wird der kritische Beobachter, die kritische Beobachterin einwenden, dass dies alles nur virtuell stattfindet. Jedoch: wo steht geschrieben, dass es bei der virtuellen Begegnung bleiben soll? Um ein Treffen im RealLife™ zu vereinbaren, braucht es nur ein E-Mail, und natürlich das Interesse beider Beteiligten. Menschen, die sich nie im Leben begegnen würden, kommen auf diese Weise zusammen. Wie bitte? Hat da jemand gesagt, der Computer mache einsam?

Es ist wie mit dem scharfen Küchenmesser: Man könnte einen Menschen damit umbringen, aber ebensogut (oder noch besser) schneidet man damit Rinderwade, um ein schönes Pörkölt zuzubereiten.

English Scones

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Zutaten

  • 500g Hartweizendunst
  • 50g Feinkristallzucker
  • ½ Kaffeelöffel Salz
  • 1 Kaffeelöffel Weinsteinsäure (acidum tartaricum)
  • 1 Kaffeelöffel Backnatron (Natriumbicarbonat)
  • 100g Butter
  • 50g Rosinen
  • ca. 400 cm³ Buttermilch

Herstellung

Alle pulverförmigen Zutaten zusammenmischen, die Butter in kleinen Stückchen darunterreiben. Die Rosinen hinzugeben, und mit Hilfe der Buttermilch zu einem steifen Teig zusammenfügen. Achtung – nicht kneten, der Weizenkleber darf nicht aktiviert werden.

Teig auf einem gut bemehlten Tisch auslegen, zu einer Platte von ca. 25 mm Dicke drücken und mit einem Glas von 60-65mm Ø Küchlein ausstanzen. Wenn die Platte verbraucht ist, Reste zusammenfügen und fortfahren, bis alles verbraucht ist. Es sollte etwa 16 Scones geben.

Auf ein Blech mit Backpapier verteilen, und bei 200°C Konvektion etwa 25 Minuten backen. Die Scones dürfen höchstens leicht hellbraun werden.

Sie können noch warm genossen werden, halbiert und mit Butter oder „double cream“ aus Cornwall (auch crème de Gruyères) bestrichen. Oder man kann sie einfrieren, und bei Bedarf kurz im Ofen aufwärmen. Ideal dazu: englischer Tee.

Marmorkuchen

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Zutaten

  • 125g Butter
  • 125g Zucker (Feinkristall oder Puderzucker)
  • 2 Eier zu 62.5g (oder so…)
  • 125g Mehl
  • ½ Zitrone (möglichst ungespritzt)
  • 1 gehäufter EL Kakaopulver (ungesüßt)
  • ½ Bourbon-Vanilleschote
  • 50g Puderzucker

Herstellung

Weiche Butter mit dem Zucker in der Rührmaschine schaumig aufschlagen.
Nacheinander die Eier (ganz) hinzugeben, warten, bis das Gerät die Masse wieder völlig homogen und schaumig geschlagen hat
Mehl hinzugeben, ein wenig weiterschlagen.
Die Masse aufteilen, eine Hälfte mit (ganz wenig) geriebener Zitronenzeste würzen, unter die andere Hälfte das Kakaopulver zusammen mit den ausgekratzten Samen der ½ Vanilleschote mischen.

Lagenweise In eine passende Cake-Form geben, dann grob mit einem Löffelstiel vermischen, sodass die Marmorstruktur entsteht, dann bei 170°C Umluft anbacken, und bei 150°C fertigbacken. Insgesamt ca. 50 Minuten.

Etwas Saft der Zitrone mit 50g Puderzucker vermischen, damit den Kuchen oben überziehen.

Hinweis

Dieses Rezept verwendet kein Backpulver. Deshalb ist es wichtig, dass die Masse wirklich gründlich aufgeschlagen wird. Der sonst typische Seifengeschmack des Backpulvers läßt sich so umgehen. Die Zusammenstellung der Zutaten – von jedem Grundbestandteil gleichviele Gewichtsanteile – gab dem Gebäcks seinem zweiten Namen: Gleichschwer.

Urlaub (fast) zuhause

Urlaub für einen Nachmittag lang

Oftmals sind es die kleinen Dinge im Leben, die einem Freude machen. Wenn so schönes Wetter herrscht, wie gerade jetzt, braucht man nicht in die Ferne schweifen. Wenn einem das Glück hold ist, beschert es einem sogar noch ein Eckchen, wo man einen Nachmittag lang nackt die Seele baumeln lassen kann.Eine Viertelstunde Fahrt von unserem Zuhause entfernt befindet sich eine kleine Sauna, die inmitten eines Parks liegt. Die Sauna heißt ja auch Sauna du Parc…

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Der Park, der vom Besitzer, Daniel Willer, einem Gestrüpp abgerungen worden ist, ist von einem Acker in einer unberührten Landschaft umgeben. Das Helle im Hintergrund ist der frischgepflügte Acker.

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Es gibt viele Ecken, auch mit Schatten, sollte die Sonne einmal zu heftig scheinen. In einer dieser Ecken plant Daniel einen Boule-Platz einzurichten. So befruchtet die südfranzösische Kultur des Boule- oder Pétanque-Spiels das Département du Haut-Rhin.

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Selbst der Kater aus der Nachbarschaft scheint dieses Fleckchen Erde zu schätzen.

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Es braucht nicht viel, um ein kleines Glück zu finden, man muss es nur erkennen!