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Apfeltorte aus dem Pfarrhaus

Ein Rezept für eine Apfeltorte, die ein wenig reichhaltiger ist als der einfache Apfelkuchen aus Kriegszeiten, die aber dennoch leicht herzustellen ist.  Das Rezept hat eine gewisse Verwandtschaft mit der Zürcher Pfarrhaustorte, weshalb ich es „Apfeltorte aus dem Pfarrhaus“ nenne.

Zutaten
  • 125 g Feinkristallzucker
  • 2 Eier zu 63g
  • Prise Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 65g Butter, geschmolzen
  • geriebene  Zeste von ½ Zitrone
  • 150g Weißmehl
  • etwas Butter zum Einfetten der Springform
  • 2 große oder 3 kleinere Boskop-Äpfel
  • etwas Rohzucker zum Bestreuen
Zubereitung

125g Zucker mit den zwei ganzen Eiern und der Prise Salz solange mit dem Schnnebesen / Rührwerk bearbeiten, bis eine cremige Masse entsteht. Die flüssige Butter untermischen. Zitronenzeste hinzugeben. Backpulver und Mehl mischen, unter die Zucker-Butter-Eimasse mischen. In eine Springform mit 24cm Ø geben, und die Äpfel, geschält und in dünne Scheiben geschnitten darauf verteilen. Mit Rohzucker überstreuen. Bei 200°C Konvektion 35 Minuten backen.

Friedliche Koexistenz

Es ist Ende Mai – und wir sind von einem schönen Urlaub zurückgekehrt. An einem Ort, der nicht ganz so offenkundig uns Naturisten ansprechen kann, obwohl diese Anlage unsere Bewegung im Namen trägt. Die Rede ist vom Village Naturiste Cap d’Agde

Port Nature Village mit Blick zur Hafeneinfahrt
Geschichte und Strukturen

Was in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts mit dem Campingplatz von René Oltra seinen Anfang nahm, wurde in den 70er Jahren durch die Stadt Agde um futuristische Bauten im südwestlich daran angrenzenden Areal ergänzt. Es sind im Wesentlichen drei große Überbauungen, welche diese Anlage prägen:

  • Héliopolis
  • Port Ambonne
  • Port Nature (Colline 1 bis 6)

Dazwischen resp. daneben liegen kleinere Dörfer, welche aus vorwiegend aus Bungalows resp. einstöckigen Häuschen gebildet werden — man nennt sie hier „Villas“. Die Dörfer heißen

  • Héliovillage
  • Port Nature Village
  • Port Soleil
  • Port Vénus

Zu den größeren Gebäuden zählen ebenfalls die Hotels, wie z.B. Hotel Eve, Oz’Inn, Natureva Spa etc.

Die Grundrisse der in den 70er Jahren entstandenen Apartments entsprachen den damaligen Bedürfnissen. Heute würde man sicher großzügigere Wohnflächen planen. Trotzdem sind einige Behausungen teilweise sehr luxuriös ausgestattet  — man kann sagen, geradezu vollgepackt mit moderner Komforttechnik, wie z.B. große Kühlschränke, Klimaanlage, Induktionsherde, Stereoanlagen, Flachbildfernseher…

Gesellschaftliche Wandlung

Der sich in den vergangenen 45 Jahren veränderte Zeitgeist hat nicht nur im Ausbau der Wohnungen seine Spuren hinterlassen. Was damals, kurz nach dem gesellschaftlichen Aufbruch der 68er,  überhaupt kein Aufhebens verursacht hat, wie z.B. ein freizügiger und unaufgeregter Umgang mit der eigenen Sexualität, hat sich heute zu einem großen, kommerziell orientierten „Jahrmarkt der Swinger“ gewandelt. Das Village Naturiste ist davon leider stark betroffen. Mark Haskell Smith, dessen Buch „Naked at Lunch“ ich hier schon einmal erwähnt habe, spricht von einem Stellungskrieg zwischen Naturisten und Swingern.

Wir sehen das um einiges entspannter.  Wir Naturisten gehören leider zunehmend zu einer aussterbenden Spezies. Das bleibt für die klassischen Naturismus-Zentren nicht ohne Folgen: Läden und Restaurants auf dem Areal schließen, und viele Apartments und Stellplätze bleiben leer.  Dies gilt nicht für die „Welthauptstadt der Nackten“, wie der Wikipedia-Artikel das Village Naturiste in Cap d’Agde bezeichnet.  Es gibt viele Restaurants, 3 Supermärkte, 6 Bäckereien mit frischem, vor Ort hergestelltem Brot, 1 Obst- und Gemüseladen, 2 Fischläden, 3 Weinhandlungen, einige Kioske, und ein paar Kleiderläden (sic!)

Über Kleidung und zugehörige Regeln

In keinem dieser Restaurants und Geschäfte besteht Kleiderpflicht — man kann also den ganzen Tag in seinem Geburtstagskleid verbringen, so wie die englischen Naturisten die Nacktheit umschreiben (birthday suit). Dies steht in starkem Kontrast zu vielen typischen Naturistenanlagen, wie z.B. in der Anlage die neue zeit im schweizerischen Thielle, wo wir am Kiosk nicht bedient worden sind, weil wir es wagten, nackt an die Theke zu treten. Oder die streng nach Geschlechtern getrennten Sanitäranlagen in Valalta, mitsamt der Kleidungspflicht im zugehörigen Laden.

Stichwort Kleidung: Die erwähnten Kleiderläden im Village Naturiste bedienen einen speziellen Geschmack: Es handelt sich überwiegend um Reizwäsche, sexy Dressing und dergleichen. Dies ist der Swingerkundschaft geschuldet, ebenso wie die Geschäfte, die Sexspielzeug und Fetischware verkaufen. Wo wir früher, in den späten 70er Jahren, mit anderen Paaren einen netten, freizügigen Abend verbracht haben, im Geburtstagskleid natürlich, begibt man sich heutzutage offenbar in aufgebrezelter Montur in einen Swingerclub. Vielleicht sind wir auch nur zu alt, um dieses theatralische und kostspielige Beiwerk rund um die natürlichste Sache der Welt nachvollziehen zu können.

Mit diesem kurzen Abstecher möchte ich es bewenden lassen — das Village Naturiste bietet dermaßen schöne Gegenden, dass man sehr gut über die kommerziellen, doch fürs Überleben der Anlage notwendigen Umtriebe hinwegsehen kann. Um dem möglichen nächtlichen Lärm zu entgehen, sollte man das richtige Dorf auswählen. Unsere bevorzugte Gegend ist das das Village Port Nature, sowie das Héliovillage. Auch die Zeit, wann man seinen Urlaub hier verbringt, ist entscheidend. Mai und September sind ideal, auch im Juni herrscht noch nicht derselbe hektische Betrieb wie im Juli und August.

Der 2km lange, den Nackten vorbehaltene Strand ist nach unserem Eindruck einer der schönsten der französischen Mittelmeerküste. Der feine Sand und das langsam abfallende Ufer sind einzigartig.

Port Nature Village mit Blick zum Colline 3
Ein nettes Nebeneinander

Die Schauplätze (im wörtlichen Sinn) können sehr interessant und unterhaltsam sein. Zum Beispiel ein kühles Bier im Café „La Palmeraie“  oder im Café „La Pilouterie“ am Boulevard des Matelots, vorzugsweise am frühen Abend. Die aufgebrezelten Gestalten in ihren „sexy dresses“ flanieren vorbei, um gesehen zu werden.

Nach unserem Eindruck besteht freundliches Nebeneinander zwischen den Vergnügungssuchenden und den Nackten, zwischen den unzähligen Nachtclubs der Anlage und der Schönheit der Natur. Bestimmte Gegenden haben es zwar schon in die Google-Maps geschafft, muss man aber nicht unbedingt aufsuchen, wenn man den Schwanz-Konvent (™nK) der Sexsuchenden nicht sehen mag.

Wenn man das Village Naturiste aufsuchen will, muss sich also bewußt sein, dass man einige Dinge zu sehen bekommt, die nichts mit dem Menschenbild der INF zu tun haben. Nicht zuletzt wegen der sexuell aufgeladenen Atmosphäre und dem Angebot der Nachtklubs wurde im Jahre 2004 das Village Naturiste Cap d’Agde von der Mitgliedschaft im FFN ausgeschlossen.

Praktisches

Zum Schluss noch ein paar praktische Tipps. Wie bereits erwähnt, ist es in der Vor- und Nachsaison nicht nur ruhiger, sondern die Objekte sind auch sehr viel günstiger zu mieten. Einer der ganz großen Anbieter in Deutschland für Cap d’Agde ist Naturist.de. Dessen Mitarbeiter vor Ort, Fanny und Alexander Fischer, bieten auch ihre eigenen, sehr gepflegten Objekte unter dem Namen PortNature.com an.

Wir haben dieses Mal von der Familie Fischer die Villa 180 gemietet.

Villa 180 – Wohnzimmer

Es gibt eine weitere private Vermietung mit zwei Objekten im Héliovillage: Cap d’Agde-Naturiste.de. Elke Brönner vermietet in diesem Dorf zwei sehr gepflegte Apartments / Villas. Elke vermittelt auf ihrer Webseite eine riesige Zahl wertvoller Tipps für das Village Naturiste sowie für Ausflüge in das Umland von Agde.

Noch ein kulinarischer Tipp: Die Bäckerei im Port Nature Village, im Colline 1 direkt neben dem Vival Supermarkt, „La Mie d’Hélène“ bietet den ganzen Tag frische Backwaren aus eigenem Ofen – selbst hergestellt und vor Ort gebacken, also keine aufgebackenen Teiglinge! Die Brioches am Morgen sind unser Favorit.

Egal welche Vermietungsagentur, es lohnt sich, möglichst frühzeitig zu buchen, damit das gewünschte Objekt noch frei ist. Wer Fragen zu diesem Urlaubsziel hat, oder ergänzende Informationen beitragen will, ist herzlich eingeladen, dies zu tun: Entweder privat per Kontaktformular oder öffentlich über unser Forum nacktKULTUR. Im letzteren Fall ist eine vorgängige, formlose Anmeldung nötig.

Rhubarb Crumble

Ein Rezept aus England, das dem gegenwärtigen Angebot an frischem Rhabarber entgegenkommt. Rasch hergestellt, ergibt dieser Auflauf einen netten Dessert. Eine passende Übersetzung für crumble ist mir nicht begegnet, stattdessen jedoch ein Wikipedia-Eintrag.

Zutaten
  • 550g Rhabarberstangen
  • 150g Kristallzucker, der zusammen mit leeren Vanilleschoten in einem Glas aufbewahrt worden ist
  • 200g Weißmehl
  • 50g Kristallzucker
  • ½ TL Salz
  • 100g Butter

Zubereitung

Die gewaschenen Rhabarberstangen in 10mm-Abschnitte schneiden, in ein Auflaufgefäß geben. 150g Zucker (mit Vanilleschoten parfümiert) darüberstreuen, gut andrücken.

Einen Streuselteig aus dem Mehl, den 50g Zucker, Salz und der Butter herstellen: Alle trockenen Zutaten mischen, die Butter in kleinen Stückchen darunterreiben, bis alles homogen vermischt ist.

Den Teig auf dem Rhabarber gleichmäßig verteilen, andrücken. Im vorgeheizten Ofen bei 200°C Konvektion ca. 50 Minuten backen, sodass die Oberfläche des Teigs golden angebräunt ist.

Noch ein wenig lauwarm servieren, zusammen mit Crème double (Crème double de la Gruyère) auf einem Dessertteller anrichten.

Was ist Rutabaga?

Rutabaga heißt in Frankreich das, was wir im deutschen Sprachraum als Runkelrübe oder Bodenkohlrabi bezeichnen. In Westfalen nennt man dieses Ding scherzhaft auch „Lippische Ananas“

Auf meine Frage, was man daraus machen könne, hat mir vor vielen Jahren die Inhaberin eines kleinen Dorfladens im Elsass sogleich ein Rezept verraten, das ich hier aufschreibe.

Die Zutaten
Zutaten (für 4 Personen)
  • 1kg Bodenkohlrabi
  • 2 Möhren
  • etwas Sellerieknolle
  • 2 große festkochende Kartoffeln (z.B. Agria)
  • 250g grüner Speck (roh gesalzen)
  • Suppengarnitur (besteckte Zwiebel, Knoblauch, Möhre, Sellerie, Lorbeerblatt)
  • glattblättrige Petersilie (Prezzemolo)
  • Salz, Pfeffer
Zubereitung

Den Speck mit Wasser knapp bedeckt und der Suppengarnitur in etwa 2 Stunden garköcheln. Kein Salz hinzufügen, der Speck enthält bereits genug Salz.  Danach die Garnitur entsorgen.

Die gewürfelten Wurzelgemüse in die Speck-Kochbrühe geben und in etwa einer halben Stunde garkochen. Inzwischen den gekochten Speck in passende Würfel schneiden und ebenfalls am Ende hinzugeben, zuletzt die gehackte Petersilie. Mit Pfeffer abschmecken, notfalls auch mit (wenig) Salz.

In Suppentellern anrichten, dazu einen Roséwein servieren. Hier ist es ein Buzet:

Serviervorschlag

Gefüllte Peperoni

Ein Rezept mit Inspiration aus dem Maghreb

Ein Teil der Zutaten
Zutaten (für 4 gefüllte Peperoni)
  • 4 große Peperoni (idealerweise mit standfestem Boden)
  • 1 kleine Chilischote
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 500g gehacktes Rind- oder Lammfleisch
  • 60g Kichererbsen
  • 1 Rosmarinzweiglein
  • 60g Sultaninen
  • 1 Bund glatte Petersilie (Prezzemolo)
  • gemahlene Koriandersamen
  • gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 EL Tomatenpüree
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Currypaste
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl
  • Butter
  • etwas Weißwein
  • Harissa
Zubereitung

Die Kichererbsen über Nacht einweichen, dann zusammen mit einem Rosmarinzweiglein im Einweichwasser garkochen.

Die Chilischote entkernen, kleinschneiden, im Olivenöl anbraten. Zwiebel & Knoblauch kleingeschnitten hinzufügen, Hackfleisch mitanbraten, mit dem Mehl abstäuben, Tomatenpüree und alle Gewürze unterrühren, mit Weißwein ablöschen und eine Zeitlang gardämpfen. Die Pertersilie kleinhacken, hinzugeben.

Von den Peperoni die Deckel abschneiden, Kerne entfernen und mit der Fleischmasse füllen. In einem geschlossenen Pyrexgefäß mit etwas Butterflöckchen bei 200°C Konvektion garen. In der Halbzeit etwas Weißwein in das Pyrexgefäß geben, damit der Fond nicht zu dunkel wird, und sich eine klare Sauce entwickelt.

fertig gegart

Mit Couscous servieren, zubereitet gemäß Angaben auf der Packung. Wer es etwas schärfer haben will, kann mit etwas Harissa nachwürzen. Als Getränk passt z.B. ein Merlot / Cabernet Sauvignon von Sidi Brahim aus Tunesien.

Es ist serviert…

Anmerkung

Es kann eigentlich jedes beliebige Fleisch außer Schwein verwendet werden – aus Rücksicht auf die muslimische Herkunft des Rezepts.

 

Kleine Quarktorte

Dieser Kuchen ist eine abgewandelte Variante der hier bereits beschriebenen Quarktorte:

Kleine Quarktorte

Zutaten (Teig)

  • 75g Butter
  • 150g Mehl
  • 35g Zucker
  • etwas geriebene Zitronenzeste
  • Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • etwas Zitronensaft

Zutaten (Füllung)

  • 250g Magerquark
  • 180g Sauerrahm (crème fraîche)
  • 50g Mehl
  • 80g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 3 Eiweiß
  • geriebene Zitronenzeste (ca. ½ Zitrone)

Herstellung

Trockene Zutaten mischen, kleingeschnittenene kalte Butter mit den Fingern darunterreiben, mit dem Eigelb und kaffeelöffelweise Zitronensaft zu einem Mürbeteig zusammenfügen. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen.

Für die Füllung die Zutaten mischen, die Eier teilen und den Eiweiß zu Schnee schlagen, welcher zuletzt untergehoben wird.

Eine Ø 22cm-Form buttern, mit der einen Hälfte des Teigs den Boden auslegen, mir der anderen einen Rand herstellen. Füllung hineingeben Bei 200°C (Konvektion) anbacken, dann bei 180°C fertigbacken. Dauer etwa 55 Minuten.

Asiatische gebratene Nudeln

Eine Art Bami Goreng.
Zutaten (für 2 Personen)
  • 125g Weizennudeln aus dem Asia-Laden
  • Erdnußöl
  • 2 Eier
  • etwas Milch
  • 5 Thai-Chilies
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 große Frühlingszwiebel
  • Sojasauce und Fischsauce (Nam Pla)
  • 2-3 Mini-Lattich (Handgroße spanische Salatköpfe)
  • 250g Minifilets von der Hühnerbrust
Herstellung
  • Weizennudeln mit kochendem Wasser übergießen, einige Minuten ziehen lassen.
  • 2 Omeletts aus den Eiern + Milch herstellen, in Streifen schneiden.
  • Hühnerfleich in mundgerechte Stücke schneiden, knapp garbraten, reservieren.
  • Chilies von den inneren Häutchen und den Kernen befreien (Handschuhe anziehen), kleinschneiden.
  • Chilies im Erdnußöl anbratem, kleingeschnittenes Weißes der Frühlingszwiebel und ebenso den kleingeschnittenen Knoblauch mitbraten.
  • Abgegossene Nudeln hinzugeben, mit Soja- und Fischsauce würzen.
  • Fleisch, Eierstreifen und das Grüne der Frühlingszwiebel hinzugeben, weiterbraten.
  • in Streifen geschnittenen Minilattich hinzugeben, sobald er etwas zusammengefallen ist, das Gericht servieren.
Mit Gurkenstreifen, Kroepoek und Bier servieren.

Toggenburger Schlorzifladen

Toggenburger Schlorzifladen

Dieses Rezept hat seinen Namen von dem Mus aus gedörrten Birnen, welches in der Ostschweiz, und speziell im Toggenburg, „Schlorzi“ genannt wird. Ideal sind jene Dörrbirnen, welche nicht ganz hart sind – also zum Rohgenuß geeignet sind.

Zutaten (Teig):
  • 250g Weißmehl
  • 125g Butter
  • 50g Zucker
  • ½ TL Salz
  • etwas kalte Milch
Zutaten (Birnenfüllung):
  • 400g gedörrte Birnen
  • 2 EL Zucker
  • 1 Msp Nelkenpulver
  • ½ TL Zimt
  • ½ TL Lebkuchen-Gewürzmischung
  • mehrere EL Kirschwasser (Obstbrand)
Zutaten (Guß):
  • 2dl Rahm (Sahne)
  • 1-2 dl Milch
  • 1 Ei
  • 2 EL Maizena
  • 1 EL Zucker
  • ausgekratzte Samen von ½ Vanilleschote

Zubereitung

Teig: alle trockenen Zutaten mischen, kalte Butter in kleinen Stückchen darunterreiben, dann mit der kalten Milch einen gut formbaren Teig herstellen. Eine passende Backform (Ø 28 cm) mit dem Teig auskleiden, kühlstellen.

Birnenfüllung: Die Dörrbirnen vom Stiel befreien und durch den Wolf treiben (feine Scheibe). Die Masse mit dem Zucker, den Gewürzen verrühren. Soviel Kirschwasser hinzugeben, dass eine streichbare Masse entsteht. Die Masse auf dem Kuchenteig verteilen.

Guss: Mit dem Mixer alle Zutaten gut aufschlagen, und die Torte damit bedecken.

Bei 200°C (Konvektion) während gut 40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.  Am besten schmeckt diese Torte lauwarm, aber bei Zimmertemperatur ist sie ebenfalls hervorragend.

Ferien im Naturpark Brenne

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Nach vielen Jahren Strandurlaub am Meer haben wir uns für Ferien im Landesinneren entschieden. Dies sollte sich als eine sehr gute Idee herausstellen. Der Weg führte uns in die Gegend der Loire – welche für ihre Schlösser weltbekannt ist. Ziemlich in der Mitte Frankreichs befindet sich das Naturschutzgebiet der Brenne, mit seinen Tausend Seen.

Die Anlage

Im Süden dieses Naturschutzgebiets, beim Dorf Luzeret mit etwa 150 Einwohnern, befindet sich La Petite Brenne, ein naturistischer Campingplatz mit einer Fläche von 42 Hektaren. Nun darf man sich aber nicht eine mit unzähligen Zelten bestückte riesige Fläche vorstellen. Nein, vielmehr ist es eine natürliche Landschaft, bestehend aus Wäldern, Wiesen und steppenartigen Flächen. In einem Wald gibt es einen Bach, und unweit davon, in der Lichtung „La Grande Métairie“ ein kleiner See von 1 Hektar Größe, mit einem Floß darauf. Hier ist ein Luftbild, vom Norden aus gesehen:

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Den einzigen Hinweis auf Camping liefern die überall verstreut installierten Poller mit Steckdosen, sowie da und dort ein Zelt oder ein Wohnwagen. Ebenfalls im Gelände verstreut liegen die gemeinsamen Waschhäuser sowie alternative Unterkünfte zu den Zelten und Wohnwagen: Mobilheime und Chalets.

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Es werden gemäß Auskunft des Eigentümers maximal 150 Familien aufgenommen, um die gemeinsam genutzte Infrastruktur nicht zu stark zu belasten. Zur gemeinsam genutzten Infrastruktur gehören das Gemeinschaftshaus, Restaurant, Sauna, Bibliothek, Schwimmbecken und unzählige weitere Freiland-Einrichtungen wie Spielplätze, ein Labyrinth, sowie Vieles mehr.

Die Anlage wurde im Jahre 1995 errichtet und 1996 eröffnet. Die Eigentümerfamilie, Anja und Carel Burgmans mit Tochter Charlotte feierte dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum.

Unterkunft

Wir haben uns für eine feste Unterkunft, also ein Haus entschieden. Seit 2015 gibt es die „Villa Brenne“, ein zweistöckiges Gebäude am Rande des Campingareals „La Loge“ ganz im Osten der Anlage.

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Im Haus befinden sich zwei Wohnungen, pro Etage eine. Jede der Wohnungen umfasst 120m². Die untere Wohnung bietet mehr Platz in Wohnzimmer und Küche, die obere hat dafür ein Schlafzimmer mehr. Das obenstehende Bild ist im September 2016 aufgenommen worden – nach einer ungewöhnlichlangen Trockenperiode, weshalb das Gras am Boden ziemlich braun und trocken ist.

Das Design der Wohnungen ist inspiriert vom niederländischen Künstler Piet Mondrian – die Gestaltung der Küche und der hinterleuchteten Wandbilder erinnert an dessen kubistische Phase:

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Das kubistische Motiv findet sich an vielen Orten wieder – z.B. die Beleuchtung der Bibliothek im Gemeinschaftshaus ist ganz in diesem Stil gehalten.

Wir haben uns auch weitere Chalets angeschaut – sie sind alle sehr schön gelegen, haben aber nicht denselben Standard wie die Villa Brenne, was sich natürlich im günstigeren Mietpreis widerspiegelt.

Die gesamte Anlage ist liebevoll im Detail gestaltet, was man an den unzähligen Mosaiken am Pool, am Eingang, in der Sauna und selbst neben dem Naturteich sehen kann. Allein die gemauerte Einfriedung der Villa Brenne ist ein Foto wert:

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Erwähnenswert sind die ausgeschilderten Spazierwege auf dem Gelände. Der längste (Rund-)Weg erfordert eine Stunde, wofür außer der Nacktheit ein gutes Schuhwerk empfehlenswert ist, da der Weg auch durch den Eichenwald mit etwas unwegsamem Gelände führt. Sozusagen „Nacktwandern für Anfänger“…

Wir haben zwar einige Stunden in der Sonne auf dem Floß auf dem Naturteich verbracht. Trotzdem möchte man auch etwas von der Gegend sehen, weshalb wir kleine Abstecher in die Umgebung gemacht haben.

Umgebung

Unweit von Luzeret gibt es ein Städtchen namens Argenton-sur-Creuse. Zusammen mit dem angebauten Ortsteil St-Marcel bildet es ein wirtschaftliches Zentrum, das für die täglichen Einkäufe nützlich ist.

Inmitten des Naturparks Brenne befindet sich das Städtchen Le Blanc, das ziemlich sehenswert ist. Direkt neben Le Blanc, in Saint-Michel-en-Brenne gibt es ein Naturreservat mit unzähligen Vögeln und einheimischen Schildkröten.

In Fontgombault, ebenfalls in dieser Gegend, gibt es eine Abtei aus dem 10. Jahrhundert, die noch heute von Mönchen bewohnt ist. Täglich um 10:00 Uhr wird eine Messe mit gregorianischen Gesängen gegeben.

Dies sind nur zwei Beispiele für Aktivitäten, die nicht nur strahlenden Sonnenschein erfordern. Bei der Ankunft werden dem Gast ein paar nützliche Unterlagen abgegeben, so z.B. die Broschüre „Parc naturel régional de la Brenne“.

Wir werden ganz sicher wiederkommen, und uns einmal mehr über die herzliche Gastlichkeit der Eigentümerfamilie freuen.

Webseite: La Petite Brenne

Naked at Lunch – ein Buchtipp

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Mark Haskell Smith, Schriftsteller, Sachbuchautor und Universitäts-Dozent aus Los Angeles, hat sich für ein Jahr in die Welt der Nackten begeben.  Das Resultat seiner „angewandten Feldforschung“ ist ein  Sachbuch über den Naturismus, welches sich ebenso unterhaltsam wie eine Erzählung liest.

Ein Buch über den Naturismus aus der Feder eines Amerikaners ist umso bemerkenswerter, da die Nacktheit in der US-amerikanischen Gesellschaft fast schon notorisch mit Sexualität verbunden wird. Deshalb hat sich der Autor mit dem Begriff „nonsexual social nudism“ beholfen, um seine Leserschaft in die richtige Richtung zu leiten.

Ich habe mir sowohl die US-amerikanische Originalausgabe (2015) in der UK-Edition als auch die deutsche Übersetzung (2016) besorgt und parallel gelesen. Abgesehen von ein paar kaum zu übersetzenden und deshalb fehlenden USA-typischen colloquialisms ist die Übersetzung ins Deutsche von Jan Schönherr  erstaunlich exakt.

Seine Feldforschung betreibt Mark Haskell Smith sowohl an den verschiedensten Orten als auch an unterschiedlichen Quellen, wie z.B. in Archiven der Naturistenvereinigungen in den USA und in Europa. Es gibt Erlebnisberichte aus so unterschiedlichen Orten in Europa wie z.B. Vera Playa bei Almeria, dem Village Naturiste in Cap d’Agde, aus den österreichischen Alpen anlässlich der NEWT 2013 (Naked European Walting Tour) bis hin zu einer Bare Necessities Kreuzfahrt in der Karibik.  (Randbemerkung: Mein letzter Link zu den Kreuzfahrten ist mit einen Javascript-Dialog versehen, worin man seine Volljährigkeit zu bestätigen hat.  In den USA dürfen Kinder –     zwar unter erwachsener Anleitung – Schusswaffen benutzen, aber niemals nackte Körper zu Gesicht bekommen.)

Trotz vieler amerikanischer Sichtweisen auf den Naturismus ist dieses Buch absolut lesenswert, auch für die Menschen, die sich (noch) nicht mit der sozialen Nacktheit auseinandergesetzt haben.