In Apfelwein geschmortes Huhn

Vorbemerkung: Dieses Rezept stammt von Bryan Picard, „The Bite House“. Ich habe es übersetzt, angepasst und auf unsere Verhältnisse umgerechnet.

Zutaten (4 Personen)

  • 1 ganzes Huhn oder 4 Ober- und 4 Unterschenkel (Freiland)
  • 2 EL Mehl
  • 3 dl Apfelwein (Schweiz: Saurer Most)
  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 EL Bratbutter (gesottene Butter)
  • 1 große Tomate, geschält, in Würfel geschnitten
  • 1 EL Tomatenpuree
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 3 frische Lorbeerblätter
  • 4 EL Doppelrahm / crème double
  • Estragonblätter gehackt
  • Salz, Pfeffer

Herstellung

Huhn in 8 Teile zerlegen, oder die 4 Hühnerschenkel am Kniegelenk teilen. Das Fleisch mehlieren, im Schmortopf kräftig in Bratbutter anbraten. Zwiebeln & Knoblauch schälen, kleinschneiden, hinzugeben. Mit dem Apfelwein ablöschen. Lorbeerblätter und Rosmarin hinzugeben, ebenso die kleingeschnittene Tomate und das Tomatenpuree. Salzen, pfeffern. 1½ Std sanft köcheln lassen, den Rosmarin und Lorbeer beizeiten herausnehmen, bevor er zerkocht.

Die Hühnerstücke herausnehmen, reservieren (warmstellen), die Sauce nach Geschmack einkochen. Den Doppelrahm unterrühren, mit Salz & Pfeffer abschmecken, wieder sanft erhitzen und die Hühnerstücke hineingeben. Mit dem gehackten Estragon überstreuen.

Serviervorschlag

Mit gekochten, frischen Nudeln zu servieren. Am besten schmeckt das Gericht zusammen mit dem Apfelwein, der auch zur Herstellung verwendet worden ist. Je besser der Apfelwein ist, desto besser wird auch das Gericht.

Valalta


Nachtrag  im Dezember 2015: Valalta ist ab 1. Mai 2016 nur noch bis zum Steinbruch für die Naturisten zugänglich. Der idyllische Teil beim Restaurant Saline ist von der übrigen Anlage abgetrennt worden und ist nun als Textil-Campingplatz „Val Salina“ über eine eigens eingerichtete Rezeption erschlossen.
Quelle: Facebook-Seite von Valalta


Diesen Herbst hatten wir geplant, unseren Urlaub in Istrien zu verbringen. Es war unser erster Aufenthalt in Kroatien.

Von allen Seiten wurde uns dieses Land und seine Bewohner gerühmt. Was soll ich sagen – sie hatten alle Recht! Kurzum, es war nicht unser letzter Urlaub in Kroatien. Doch der Reihe nach…

Zunächst galt es, ein passendes Urlaubsdomizil zu finden. Die üblichen naturistischen Anlagen auf der Halbinsel sind relativ dicht beieinander:

  • Solaris in Porec
  • Koversada in Vrsar
  • Valalta in Rovinj
  • Ulika in Rovinj

Da wir für den Aufenthalt ein Apartment mit eigener Küche vorziehen, entfiel das letztgenannte Ulika, welches nur Camping anbietet. Alle Anlagen haben ziemlich aussagekräftige und gut gestaltete Webseiten, welche mindestens einen Anfangbestand an Informationen liefern. Wie nachher die Realität aussieht, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Wir haben uns schließlich für Valalta entschieden, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es dort völlig neu renovierte Apartments gab, und dies zu einem akzeptablen Preis.

Unser Entscheid für Valalta hat sich in mehrfacher Hinsicht als richtig erwiesen. Die Anlage ist außerordentlich gut gepflegt, die Apartments (Typ LB4) tatsächlich vom Feinsten – solche Ausstattung kennt man normalerweise aus noblen Hotels. Ein sehr großer Pluspunkt sind die überall auf der ganzen Anlage verteilten Liegestühle und die fest installierten Sonnenschirme:

Was wir anfangs garnicht so richtig zur Kenntnis gemommen haben: Die Apartment in Valalta werden täglich geputzt, und die Wäsche regelmäßig und bei Bedarf gewechselt. Also ein Service wie im Hotel. Ein spezielles Kränzlein sei unserer „Betreuerin“ Snežana gewunden. Sie hat unser Apartment täglich mit einem freundlichen Lächeln aufgesucht und liebevoll geputzt. So sah das Apartment aus:Bild

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Wie wir gesehen haben, werden die Apartments auch auf Wunsch mit Halbpension vermietet. D.h. man bekommt sein Frühstück und das Abendessen im nahegelegenen Restaurant „Glavni“ serviert. Außerhalb der Saison (Ende September) ist das jedoch eine eher trostlose Sache – es hat wenige Gäste, die in einem großen Saal sitzen, welcher seine Wurzeln im ehemaligen sozialistischen Vielvölkerstaat Jugoslawien nicht ganz verleugnen kann. Eine freundliche Atmosphäre wird hier erst durch zahlreiche Gäste bestimmt.Was hier als Nachteil erscheint, ist auf der anderen Seite ein Vorteil: Am Strand ist paktisch überall Platz, man kann sich seinen Liegeplatz beliebig aussuchen. Immerhin ist die Anlage für bis zu 7200 Bewohner in Spitzenzeiten ausgelegt. Das Camp, 70ha groß, besteht vorwiegend aus Campingparzellen, Stellplätzen für Wohnmobile und fest installierten Mobilheimen. Zwischen den Parzellen befinden sich viele gepflegte Wasch- und WC-Häuser. Die Apartments (Bungalows) befinden sich auf einer relativ kleinen Fläche im Zentrum der Anlage, in direkter Nachbarschaft zu der umfangreichen Anlage der Swimmingpools, Läden und Restaurants. Es gibt zwei aneinandergebaute Bungalow-Siedlungen „Valalta“ und „Lavri“.

Zum Camp gehört eine 5km lange Küstenlinie, und ein schöner Spazierweg auf einem noch brachliegenden Teil, entlang des Limski Fjord. Zwei Aussichtstürme geben eine Übersicht über den Fjord. An dem Ufer gegenüber des Fjordes, im Norden, sieht man das Städtchen Vrsar. Der von uns bevorzugte Platz zum Sonnen war der „Affenfelsen“, wie er hier genannt wird – ein felsiger Strandabschnitt in direkter Nachbarschaft zum Camp-eigenen Bootshafen und zum Limski-Fjord.

Während unseres Urlaubs haben wir die Gelegenheit genutzt, und haben die übrigen zwei größeren Camps auf Istrien besucht – Solaris und Koversada. Beide Anlagen haben ihre Reize, aber die Wohnsituation (in den ebenfalls sozialistisch geprägten) Wohnblocks hat uns weniger gefallen. Vor allem sind die bereits erwähnten Liegestühle und Sonnenschirme auf dem Camp Valalta einzigartig, Ähnliches haben wir auf den beiden besuchten Anlagen nicht angetroffen.

Wer sich mit der Lehre Adolf Kochs beschäftigt hat, und für den auch Edi Fankhauser und Werner Zimmermann keine Unbekannten sind, wird sich in Kroatien verwundert die Augen reiben: Sämtliche WC-Häuschen und Duschanlagen sind auf den von uns besuchten Camps in Istrien doppelt vorhanden – eins für Männlein, eins für Weiblein! Der von diesen Wegbereitern des Naturismus angedachte unbefangene und natürliche Umgang zwischen Frauen und Männern ist nicht bis nach Kroatien vorgedrungen. Möglicherweise hängt damit auch das Verbot zusammen, die Läden und Restaurants auf dem Camp nackt zu betreten.

Es handelt sich also eine ähnlich halbherzige Version des Naturismus, wie sie uns in der Anlage der ONS in Thielle, die neue zeit, begegnet ist. Wir sind in dem dortigen Gartenrestaurant (im Freien!) „Aux Philosophs“ nicht bedient worden, weil wir die Frechheit besaßen, es nackt aufzusuchen. Immerhin sind die Verbotsschilder für Nacktheit in Valalta gut sichtbar angebracht, weshalb man sich darauf einstellen kann. Nach diesem kleinen Exkurs an den Neuenburgersee wieder zurück nach Istrien.

Istrien ist von einer Autobahn (mit Mautgebühren) sehr gut erschlossen. Wer von Italien (Triest) anreist, tut gut daran, sich über die Gepflogenheiten in Slowenien zu informieren. Dieses Land muss man für ca. 20km durchqueren. Die Straße nach dem Grenzübergang von Triest führt direkt auf die Slowenische Autobahn, wo für gerade mal 6km (!) Vignettenpflicht besteht. Wer ohne Vignette erwischt wird, zahlt bis zu 800€ Strafe. Man kann dieses kleine Autobahnstückchen nach Koper vermeiden: Direkt hinter der Grenze ist eine Raststätte. Man fährt auf den Parkplatz, und biegt direkt rechts ab auf ein kleines Sträßchen, das nach Skofije führt. Von dort fährt man nach Bertoki, dort Richtung Dekani, und wenn man an der Kreuzung in Sveti Anton angelangt ist, hat man’s geschafft – die Landstraße führt in Richtung Kroatien (Pula). Es gibt eine hier PDF-Datei, welche den Weg von Triest nach Koper ohne Vignette bebildert beschreibt.

Das Camp Valalta ist etwa 7km von dem wunderschönen Städtchen Rovinj entfernt. Die Kirche „Sveta Euphemia“ thront über der Altstadt, welche in alten Zeiten eine Insel war. Daher rührt die verdichtete Bauweise, mit winzigen, malerischen Gassen. Das Städtchen ist unbedingt einen Besuch wert, ebenso auch der zugehörige Markt direkt am Hafen. Apropos Markt: Porec, nicht weit nördlich von Rovinj gelegen, hat eine sehenswerte Markthalle.

Es gäbe noch viel zu berichten – die obigen Zeilen beschreiben nur oberflächlich, was uns alles Schönes begegnet ist. Bei Bedarf werde ich gerne weitere Informationen zum Reiseziel Valalta vermitteln.

Hackbraten auf französische Art

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Zutaten

  • 400g Hackfleisch vom Rind
  • 2-3 Scheiben Weißbrot
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Butter
  • 1 Bund glattblättrige Petersilie (Prezzemolo)
  • 180g frische Champignons
  • 1 große Karotte / Möhre
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, Thymian, Sardellenpaste
  • Butter für Zubereitung
  • Roséwein (z.B. Buzet)

Herstellung

Zwiebeln & Knoblauch schälen, kleinschneiden, in Butter anrösten. Petersilie von Stielen befreien, mit den geviertelten Champignons durch den Wolf drehen (grobe Scheibe). Zu den Zwiebeln hinzugeben, anschwitzen. Das Ergebnis nennt man auch Duxelles. Die Möhre ebenfalls durch die grobe Scheibe drehen.

Brot einweichen, ausdrücken. Das Brot, Fleisch, die Duxelles, Eier und Möhrenstückchen gründlich zusammenmischen. Mit Salz, Pfeffer, Thymian und 5cm Sardellenpaste (aus der Tube) würzen.

Eine Pyrexform ausbuttern, Masse hineingeben, mit Butterflöckchen versehen, in den Ofen geben (200°C Konvektion). Sobald der Hackbraten richtig brät, mit dem Wein ablöschen. Hin und wieder kontrollieren, ob noch etwas Wein nötig ist. Gesamtbackzeit etwa 60 – 70 Minuten.

Serviervorschlag

Mit Kartoffelpüree und gebratenen Zucchettistreifen (mit Salz, Pfeffer und etwas Thymian gewürzt) anrichten. Den Roséwein aus dem Buzet dazu servieren.

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Lauchgratin

In Abwandlung zum Zucchini-Ziegenkäse-Auflauf hier ein Rezept, das etwas leichter herzustellen ist. Dank des trockeneren Lauchs anstelle der Zucchini wird der Boden des Teigs weniger feucht.

BildZutaten (für 4 Personen)

  • 280g Blätterteig
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 kleine Zwiebel
  • 80g Ziegenkäse (mittelhart)
  • 120g sonstiger Käse – was gerade da ist
  • 1-2 EL Bratbutter
  • 2dl Milch
  • 2 Eier
  • etwas Milch
  • 1 große Stange Lauch
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Herstellung

Passende Auflaufform mit dem Blätterteig auskleiden. Im vorliegenden Gericht (siehe Foto) habe ich 2 Formen zu 15x20cm verwendet. Zwiebel & Knoblauch fein schneiden, in Bratbutter anrösten, feingeschnittenen Lauch während 10 Minuten darin gardünsten. Käse grob raffeln (Röstiraffel). Den Käse mit der Milch, den Eiern und der Milch zu einem Guss verarbeiten, mit Salz, Pfeffer, Muskat abschmecken.

Lauch mit den Zwiebeln und dem Knoblauch in die mit Teig ausgekleidete Form geben. Käse mit Guss darübergießen. Zuerst bei 200°C Konvektion anbacken, später auf 160°C reduzieren. Backzeit etwa 35 Minuten.

Serviervorschlag

Mit gemischtem Salat servieren, dazu passt z.B. ein weißer Chardonnay.

Spice Crumb Cake (Charles Petzold)

Ein Rezept für einen US-amerikanischen Kuchen. Ich habe es von Charles Petzold übernommen. Petzold ist der Autor diverser Programmier-Lehrbücher im Windows-Umfeld. Sein Rezept Spice Crumb Cake habe ich ein wenig angepasst und auf unsere Maßeinheiten umgeschrieben.

BildZutaten

  • 400g Weizenmehl oder Hartweizendunst
  • 125g Zucker (Feinkristall)
  • 125g dunkler Roh-Rohrzucker
  • ½ Kaffeelöffel Salz
  • 1 Kaffeelöffel Zimtpulver
  • 1 Kaffeelöffel Backpulver
  • 150g Butter
  • ausgekratztes Mark von ½ Vanilleschote
  • 100g Rosinen
  • 2 Eier (zu 63g)
  • ca. 200cm³ Buttermilch
  • 50g grob gehackte Haselnüsse

Herstellung

Alle pulverförmigen Zutaten zusammenmischen, die Butter mit der Vanille in kleinen Stückchen darunterreiben. Die Rosinen hinzugeben, und mit Hilfe der Buttermilch und den gut verschlagenen Eiern zu einem Teig verrühren. Tipp zur Zerkleinerung der Haselnüsse: In einen Plastikbeutel geben und auf fester Unterlage mit dem Holzhammer plattklopfen.

Den Teig in eine ausgebutterte Cakes-Form geben, mit den Haselnüssen bestreuen. Zuerst bei 200°C Konvektion, später 170°C etwa 70 Minuten backen. Die gerösteten Haselnüsse auf der Oberfläche geben dem Kuchen eine besondere Note.

Aargauer Rüeblitorte

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Zutaten

  • 5 Eier
  • 180g Zucker
  • 300g geraffelte Rüebli (Möhren)
  • 300g gemahlene Haselnüsse
  • 100g Weißmehl
  • 70g flüssige Butter
  • Prise Salz
  • ausgekratzte Samen einer ½ Schote Bourbon-Vanille
  • etwas Zitronenzeste
  • Saft einer halben Zitrone
  • 80-100g Puderzucker
  • Marzipanrüebli für die Garnitur

Zubereitung

Eigelb und die Hälfte des Zuckers schaumig schlagen.
Eiweiß. Prise Salz und die andere Hälfte des Zuckes aufschlagen.
Haselnüsse, geraffelte Möhren, Mehl, Vanille, Zitronenzeste unter die Eigelbmasse ziehen.
Eiweiß-Zuckermasse ebenfalls unterziehen.
Das Ganze in eine gebutterte 26cm-Springform füllen und zuerst bei etwa 200°C Konvektion, dann 175°C ca. 50-60 Minuten backen.
Zum Schluß die aus der Form genommene Torte mit Zuckerguß aus Zitronensaft und Puderzucker überziehen, und mit den Marzipanmöhren ausgarnieren.

Hinweis: Wenn die Rüebli/Möhren sehr saftig sind, sollte etwas Saft abgelassen und etwas mehr von den Rüebli genommen werden.