Florentiner Rhomben

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Zutaten

  • 300g Mehl oder besser Hartweizendunst
  • 200g Zucker
  • 200g Butter
  • etwas Zitronenzeste
  • 100g gehacktes Orangeat
  • 100g gehacktes Zitronat
  • 200g gestiftelte Mandeln
  • 5g Backpulver
  • 2 Eier (je 60g)
  • Prise Salz
  • Zitronensaft & Puderzucker für den Guß

Herstellung

Alle trockenen Zutaten sowie die kandierten Früchte mischen. Die in kleine Stücke geschnittenen Butter darunter reiben, und zuletzt mit den 2 Eiern einen Teig herstellen. Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech 10 mm dick ausstreichen. Bei 220°C Konvektion 20 Minuten backen. Noch warm mit einer dickflüssigen Mischung aus Puderzucker und Zitronensaft bestreichen.

Nach dem Erkalten mit einem scharfen Messer Rhomben schneiden.

Zwischen Meer und Lagune – ein Reisebericht aus Leucate

Eine Reise ins schöne Roussillon, genauer in die Naturistenanlage Aphrodite, hat uns schließlich ins benachbarte Oasis geführt. Wie es dazu kam – davon soll weiter unten berichtet werden. Zunächst möchte ich einmal mehr den Chambres et Tables d‘Hôte ein Kränzlein winden. In schöner Landschaft (Département Isère) konnten wir im Maison de Joanny übernachten:

BildDas hervorragende Abendessen wurde in einer großen Tafelrunde serviert, zusammen mit weiteren Gästen und den Gastgebern. Wirklich wie eine Einladung zuhause, aber mit Überraschungsgästen. Das Maison de Joanny gehört zwar vergleichsweise zu den teureren Chambres d‘Hôte, ist aber unbedingt empfehlenswert. Ein Ruhepunkt vor einer Reise an einem Samstag, der wie immer in Frankreich zur Ferienzeit mit viel Verkehr verbunden ist, ist viel wert. Wir haben uns statt der Hauptstrecken ausschließlich kleinere Nebenstraßen ausgesucht- mit viel Berg- und Talfahrt…

Hin und wieder muss man Glück haben

Nachdem wir auf unserer Strecke nahezu keinen Pass ausgelassen haben, kamen wir schließlich ziemlich müde in der Ferienanlage „Aphrodite Village“ an. Welches Erstaunen, dass man uns in der Rezeption sagte, wir sollten doch in die Rezeption des Oasis gehen – die Unterlagen befänden sich dort. Kurzum, unsere im „Aphrodite Village“ gemietete Wohnung war doppelt vergeben worden, weshalb man uns ins Oasis verlegt hatte. Zum Glück gab man uns eine Wohnung direkt am Meer, das Appartement S2.

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Die Unterschiede zwischen den beiden Anlagen Oasis und Aphrodite Village sind uns schon bei unserem letzten Aufenthalt im Jahre 2006 aufgefallen, aber wir hätten nicht erwartet, dass sie so entscheidend sind. Zur Einführung kurz ein Abriß über die Einteilung der zu Port Leucate gehörigen „Villages Naturistes“. Im Jahre 1976 wurde das Naturistendorf „Aphrodite Village“ gebaut, welches nach und nach um Einheiten im gleichen Baustil (Häuser mit Parterre und erster Etage) erweitert wurde. Kurz darauf entstand die Anlage „Oasis“, mit größeren und höheren Häusern, Parterre und 2 Obergeschoße. Das einzige Ladenzentrum, zusammen mit zwei Restaurants, befindet sich nach wie vor nur im Aphrodite Village. Wer keinen Transponder zur Betätigung der Aphrodite-Tore besitzt, muss den Weg entlang dem Strand wählen. Trotzdem sind die Distanzen sehr klein. Unser Weg zum täglichen Einkauf bestand pro Strecke vier Minuten zu Fuß, direkt am Strand entlang. Einen so schönen Weg zum Einkauf sollte man immer haben können…

Weitere „Villages“ – „Oasis 2“ und „Les maisons de la jetée“ machen sich das Ladenzentrum von „Aphrodite Village“ zunutze. Die Anlagen „Ulysse“, von weitem unübersehbar als hochhausartiger Appartement-Komplex, sowie das „Eden“ sind vermutlich zu weit abgelegen für diese Läden. Jene Bewohner werden vermutlich auf die Läden in Leucate Village zurückgreifen, erreichbar entweder mit dem Auto oder mit dem Bus „Ma Navette“, welcher die Anlagen von La Franqui bis Les Barcarès verbindet.

Zurück zu unserer Überraschung. Das „Oasis“ ist mit Ausnahme der Häuser direkt am Strand rund um einen ringförmigen Boulevard gebaut. Das eigentliche Zentrum wird durch ein Kinderschwimmbecken und einer Bar / Disco namens „La Palmeraie“ gebildet. Die abendliche Geräuschbelastung kann man sich vorstellen. Während der Hauptsaison pflegen die Kinder und Jugendlichen (natürlich ausnahmslos alle angezogen) sich mit Kickboards auf den holperigen Boulevards zu vergnügen. Erst ab Mitternacht ebbt die Geräuschkulisse ab, was unseren Schlaf durchaus zu fördern imstande war…

Eigentlich – so steht es in den Regeln beider Anlagen Oasis und Aphrodite geschrieben – wäre zwischen 22:00 und 08:00 Uhr absolute Ruhe angesagt. Aber weder im „La Palmeraie“ noch in der Strandbar „Jean-Bar“ im Aphrodite wußte man etwas von dieser Regelung.

So konnten wir von Glück reden, dass unsere Bleibe nicht an einem der Boulevards war, sondern direkt am Meer. Wir wurden nur von der nächtlichen Discomusik der Jean-Bar beschallt. Bemerkenswerterweise ist die Jean-Bar nach hinten, in Richtung der Aphrodite-Häuser, einigermaßen isoliert.

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Altersdurchschnitt im Aphrodite um Einiges höher als im Oasis ist. Im Aphrodite sind zu nachschlafender Zeit keine jugendlichen Kickboard-Fahrer anzutreffen. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die beiden englischen Paare, mit denen wir uns angefreundet haben, etwa in unserem Alter waren und im Aphrodite gewohnt haben.

Wie der Zufall es will: Irene hat auf dem Weg zum Einkaufen zwei Liegestühle entdeckt, die von einem Appartementbesitzer vors Haus gestellt wurden – angeschrieben „pour emporter“. Da sie auf der Sitzfläche etwas eingerissen waren, wurden sie verschenkt. Bei unseren Körpergewichten spielt dies aber keine Rolle. So haben wir sie mitgenommen. Nun gehören zum Oasis-Appartement S2 ab sofort auch zwei Liegestühle:

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Wir haben die ursprünglichen Eigentümer tags darauf auf dem Bouleplatz kennengelernt – es war eines der Paare, mit welchen wir uns fortan im Boulespiel gemessen haben.

Schlabberhosen am und im Wasser…

Der allgemeine Trend zur Abkehr vom konsequenten Naturismus ist auch im Oasis zu beobachten. Der Umstand, dass Jugendliche und junge Erwachsene ausnahmslos entweder in Bikini oder in Schlabberhosen herumlaufen, war zu erwarten. Aber dass ältere Erwachsene ebenfalls auf Badekleidung zurückgreifen – bei 30°C und mehr, hat uns doch verwundert. Fast alle Leute haben sich für den Weg vom Appartement zum Strand und zurück Badekleider angezogen. Den Vogel abgeschossen haben allerdings Jugendliche, die mitsamt ihren Schlabberhosen und den daraus hervorlugenden Unterhosen ins Wasser gestiegen sind.

Eigentlich ist es uns egal, was Andere tun, solange wir uns weiterhin nackt auf dem Areal bewegen dürfen. Wir besuchen schließlich nicht eine Naturistenanlage, um Andere anzuschauen. Trotzdem macht mir der beobachtete Trend Sorgen, weil durch die seltsame Kleiderordnung eine heimliche Norm geschaffen wird, die letztendlich dazu führen kann, dass immer mehr Leute diesem neuen, scheinbar „angesagten“ Konsens folgen werden – was in letzter Konsequenz dazu führen könnte, dass wieder ein weiteres Nackt-Paradies verschwindet. Und dies ist unser einziges, aber zentrales Argument gegen das ansonsten hochgelobte „clothing optional“.

Zwei Sorten Wind

Leucate zählt zu den trockensten und windigsten Gegenden Frankreichs. Der am kräftigsten blasende Wind ist der abländige „Tramontane“, welcher bei Tiefdrucklagen über dem Meer von den Bergen herabweht. Wir haben den feuchten, und nicht ganz so heißen „Marin“ vorgezogen, welcher vom offenen Meer her bläst. In der Folge kann es durch die erhöhte Feuchtigkeit zu Gewittern kommen. Es ergab sich jedenfalls eine angenehme Abwechslung zwischen den verschiedenen Winden.

Es gibt sogar Wellen!

Dank den unterschiedlichen Winden und Wetterbedingungen kamen wir in den Genuß von richtigen Wellen, welche zeitweise fast so kräftig waren wie am Atlantik. Vielleicht sind wir zu sehr vom Atlantik geprägt, denn nur bei den kräftigen Wellen kommt bei uns das richtige Meergefühl auf.

Man sagt, dass man bei fortgeschrittenem Lebensalter dazu neigt, früher aufzustehen. Bei mir trifft diese Beobachtung zu. Aber die unmittelbare Nähe zum Meer hat mich für das frühe Aufstehen belohnt – so sieht das Meer kurz nach Sonnenaufgang aus:

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Irene hatte jedenfalls nichts dagegen, jeden Morgen einen von mir sorgfältig hergestellten Cappuccino ans Bett serviert zu bekommen. Die Maschinerie dazu, inklusive der Kaffeebohnen, haben wir uns von zuhause mitgenommen:

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Es gibt ein Board-Mantra aus dem Kaffee-Netz: „Du brauchst die richtige Bohne“. Und: „Du benötigst eine gute Mühle“. Es hat sich gezeigt, dass man mit diesen Komponenten (und einer vergleichsweise simplen Espressomaschine wie dieser Baby-Gaggia von 1986) einen guten Espresso herstellen kann. Das Wichtigste sind immer noch die Bohnen – die beziehen wir von handwerklich arbeitenden Kleinröstereien. Zwischen diesen Bohnen und den üblichen, im Supermarkt erhältlichen, liegen Welten. Deshalb kamen die Bohnen mit in der Urlaub…

Kulinarisches

Wenn wir schon beim Kaffee angelangt sind: Nun noch ein kleiner Exkurs zu den kulinarischen Möglichkeiten der Anlagen Oasis und Aphrodite. Wie in allen Urlaubsgebieten – und vor allem an der Küste – ist das Preis-Leistungsverhältnis in der Gastronomie ungünstig. man ist besser beraten, irgendwo im Hinterland, weitab der Touristenströme auswärts zu essen. Direkt im Urlaubsgebiet ist man mit Selberkochen besser bedient. Die angebotene Qualität in den Aphrodite-Läden ist bisweilen sehr gut. Der Supermarché „Mini-Casino“ bietet Artikel des täglichen Bedarfs an, und die Früchte und Gemüse sind in unterschiedlichem Zustand. Eine frischere Qualität findet man nebenan im Wein- und Gemüseladen, wo auch eingelegte Oliven und frische Sardellen angeboten werden. Ein paar Salate, Oliven, Sardellen, Balsamicoessig, Olivenöl, Salz und Pfeffer, und fertig ist das Hors-d‘Oeuvre!

Der Metzger gleich daneben bietet eine ganze Palette an Freilandgeflügel, Rind-, Kalb- und Schweinefleisch an. Die Fleischqualität ist höher als die im „Shopi“, ausserhalb des Areals in Leucate-Village. Das setzt die zugegebenermaßen geringfügig höheren Preise in eine andere Relation. Einen Vergleich mit Lidl kann ich nicht anbieten – werde dies auch nie können, weil der Slogan „Geiz ist geil“ für mich im Lebensmittelsektor nichts zu suchen hat. Eine anständig produzierte Ware kostet nunmal ihr Geld.

Die nähere Umgebung

Das zum Corbières maritimes gehörige Dorf Leucate besteht aus mehreren Teilen:

  • Leucate-Village mit dem sonntags stattfindenden Wochenmarkt – das in der Hauptsaison restlos mit Fußgängern und Autos verstopfte Dorf am Hang.
  • Leucate-Plage, welches außerhalb der Saison sehr ruhig ist. Ein Badeort im klassischen Sinn.
  • La Franqui mit seinen heruntergekommenen Villen aus der Belle-Époque. Hier ist auch der Bahnhof von Leucate. Der im selben Ortsteil befindliche Reitstall „Desperado Ranch“ machte auf uns einen zweifelhaften Eindruck.
  • Port Leucate, eine vom Massentourismus geprägte Feriensiedlung mit den üblichen Einrichtungen wie Schnellimbiss, Disco, Casino etc. Südlich an Port Leucate direkt anschließend befindet sich der Badeort Les Barcarès, welcher mit einem noch größeren Angebot an „Remmidemmi“ aufwartet.

Die Gegend ist geprägt vom Salzsee „Étang de Leucate ou de Salses“. Zwischen offenem Meer und dem See befindet sich eine teilweise sehr schmale Landzunge. Der See ist vor allem bei den Windsurfern beliebt. Eine weitere Attraktion, direkt neben den „villages naturistes“, ist die Austernzuchtanlage. Die Austernzucht ist direkt vom Strand der Anlage „Ulysse“ erreichbar.

Zusammenfassung

Unser diesjähriger Urlaub im „Oasis“ gehörte zu den schönsten Ferien, die wir bisher hatten. Das lag sicher auch am durchgängig schönen Wetter bei Temperaturen zwischen 25 und 33°C, aber vor allem, dass wir das Glück hatten, direkt am Meer wohnen zu dürfen. Für zukünftige Aufenthalte in diesen Anlagen haben wir uns vorgenommen, frühzeitig bei den Eigentümern ausgewählter Appartements (vozugsweise Aphrodite) vozusprechen. Wenn Oasis, dann nur in direkter Meerlage!

Eine ebenfalls interessante Variante: Buchung außerhalb der Hauptsaison. Neben günstigeren Miettarifen wird die reduzierte nächtliche Geräuschkulisse vermutlich der Hauptvorteil sein.

Das Reisebüro Oböna, bei dem wir unseren Aufenthalt gebucht haben, möchte ich ganz zum Schluß noch positiv erwähnen. Wir sind hervorragend beraten worden, was die Ausstattung des gemieteten Objekts betrifft. Dass das Appartement im Aphrodite doppelt vergeben worden ist, war auf einen Fehler vor Ort zurückzuführen. Wenn man nicht ein bestimmtes Objekt im Auge hat, oder die lokale Vermietungsagentur vor Ort nicht kennt, ist ein Reisebüro wie z.B. Oböna nach wie vor der passende Ansprechpartner.

„Mehr Zeit zum Leben“

Heute ist mir ein höchst bedenkenswerter Beitrag im einem Forum begegnet. Es handelt sich um ein Forum von Kaffeefreunden, welche ihr Getränk vorzugsweise mit Hilfe von sogenannten „Siebträgern“ erzeugen. In einer Diskussion berichtete eine Forumsteilnehmerin, dass sie aus Zeitgründen vom Siebträger zum „Knopfdruck-Kaffee“ (Nespresso) umgestiegen ist. Was bei den eingefleischten Liebhaber/innen des Kaffees nicht unbedingt auf Zustimmung gestoßen ist. Eine der vielen Antworten lautet (auszugsweise):

„Bei dir ist es zumindest eine Entscheidung mit der Kenntnis, dass es besser geht. Dir ist die Arbeit für “das bisschen besseren Geschmack” zu nervend.

Bei mir ist es genau umgekehrt: Ich freue mich nach dem Aufstehen und nach Feierabend auf einen, oder mehrere Espressi/Cappuccinos. Als erstes wird frisches Wasser eingefüllt und die Maschine eingeschaltet. Die “Wartezeit” ist für mich keine Wartezeit im negativen Sinn (ich könnte ja auch eine Zeitschaltuhr einsetzen) sondern Zeit der Vorfreude.
Ich genieße dann die Zeremonie der Zubereitung, angefangen vom Duft beim Mahlen des Kaffees entsteht, bis zu dem “Erlebnis” wenn der Espresso in die gerade unter den Siebträger gestellten warmen dickwandigen Tassen fliesst. Vom Genuss eines optimal zubereiteten Espresso oder Cappuccino brauche ich dir nicht vorzuschwärmen.

Leider wissen die meisten gar nicht was Ihnen entgeht. Das sieht man an den Regalen im Supermarkt. 2 Meter Nespresso, keine ganzen Bohnen, Fertigessen und Aufbackbrötchen so weit das Auge reicht. In vielen Bereichen kennen die meisten gar nicht mehr den möglichen Geschmack.“

Hier hat jemand aus meinem Herzen gesprochen. Besser kann man das nicht sagen. Überflüssig zu erwähnen, dass ich mich ebenfalls zu den Freunden des Siebträgers zähle. Es fängt schon mit der Auswahl der Kaffeebohnen an, mit dem Gespräch darüber beim Lieferanten. Einer dieser Lieferanten wurde schon einmal in diesem Blog erwähnt, Kaffee-Total. Das Ritual der Herstellung ist mindestens mit ebensoviel Freude verbunden wie der Genuß des Getränks.

Umso erschreckender ist für mich, mitanzusehen, wie im Laden die Regal-Laufmeter mit bunt eingepackten, fertig zubereiteten Lebensmitteln immer mehr werden. Auf Kosten von frischem Gemüse, von frischem Obst. Heute klagen die Gemüsebauern zurecht darüber, dass z.B. die beiden Schweizer Großverteiler Migros und Coop die Preise für die Ware diktieren. Es ist ein unerbittlicher Preiskampf unter den Großverteilern ausgebrochen. Er wird auf dem Rücken der Produzenten ausgetragen.

Vor ein paar Monaten hat ein Schweizer Lebensmittelhändler (Migros) eine Plakatkampagne gestartet, mit einem Bild von einem Mikrowellen-Futter – irgendetwas Asiatisches – und den Worten „Anna’s Best – Mehr Zeit zum Leben“. Jetzt frage ich mich: Was ist Leben? Gehört die Freude am Zubereiten eines Essens, von Grund auf, aus natürlichen Produkten, denn nicht zum Leben? Ist vielleicht Fernsehen ein wichtiger Teil des Lebens? Habe ich womöglich einen schweren Fehler begangen, als ich vor ein paar Monaten unseren letzten Fernsehapparat entsorgt, und das Abonnement dazu gekündigt habe?

Käsekuchen / Quarktorte

Pfingsten – Zeit für ein passendes Rezept. Laut der biblischen Apostelgeschichte fand die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu am jüdischen Wochenfest statt. Deshalb wurde im Christentum Schawuot (hebr. שבועות für „Wochen“) zum Pfingstfest. Traditionellerweise wird an Schawuot eine Quarktorte aufgetischt. Hier ist sie:

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Zutaten (Teig)

  • 100g Butter
  • 200g Mehl
  • 50g Zucker
  • geriebene Zeste von ½ Zitrone (möglichst ungespritzt)
  • Prise Salz
  • 1 Ei

Zutaten (Füllung)

  • 500g Magerquark
  • 250g Sauerrahm (crème fraîche)
  • 60g Butter (geschmolzen)
  • 60g Mehl
  • 125g Zucker
  • 60g Rosinen (Weinbeeren)
  • 4 Eier

Herstellung

Trockene Zutaten mischen, kleingeschnittenene kalte Butter mit den Fingern darunterreiben, mit einem Ei zu einem Mürbeteig zusammenfügen. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen.

Für die Füllung die Zutaten mischen, die Eier teilen und den Eiweiß zu Schnee schlagen, welcher zuletzt untergehoben wird.

Eine Ø 26cm-Form buttern, mit ½ des Teigs den Boden auslegen, mir der anderen Hälfte einen Rand herstellen. Füllung hineingeben Bei 180°C (Umluft) anbacken, dann bei 160°C fertigbacken. Dauer knapp 60 Minuten.

Ein naturistisches Angebot nahe Wetzlar


Nachtrag  im November 2015: Das Parkhotel in Solms-Albshausen ist seit Mai 2015 geschlossen.


Ein erneuter Besuch eines paradiesischen Fleckchens Erde – im Parkhotel Solms-Albshausen in Mittelhessen! Wie bereits im Mitgliederbereich unter „Reiseberichte“ beschrieben, gibt es in der Nähe von Wetzlar ein naturistisches Angebot, das Seinesgleichen sucht. Unser erster Besuch (Ostern 2007) hat offenbar eine so nachhaltige Wirkung gehabt, dass wir dieses Angebot zwei weitere Male genutzt haben:

  • Während unseres Silvesteraufenthalts im Westerwald sind wir am 31. Dezember für einen Tagesbesuch von Puderbach (bei Neuwied) nach Mittelhessen „geflohen“. Limburg an der Lahn liegt sozusagen am Wege, und ein katholischer Gottesdienst im Limburger Dom war auf seine eigene Art eindrücklich.
  • Das gute Wetter zu Beginn des Monats Mai gab uns einen guten Anlass, ein verlängertes Wochenende über „Christi Himmelfahrt“ (schweizerisch: „Auffahrt“) in Solms-Albshausen zu verbringen. Diese vier Tage haben unseren (bereits beschriebenen) Eindruck des Hauses eindrücklich bestätigt.

In den folgenden Zeilen möchte ich den vorangegangen Bericht mit Worten und Bildern noch etwas ergänzen.

Wer uns kennt, weiß, wie wichtig uns das Essen ist. Wiederum wurden wir von Wolfgangs Koch- und Salatzubereitungskunst verwöhnt. Und auch diesmal war Dosenfutter oder Convenience-Food nicht in Sicht, alles war frisch zubereitet. Das schöne Zimmer, das „leucatien“ in seinem Bericht bereits erwähnt hatte. war unsere Bleibe:

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Wenn man ein Reiseziel bereits kennt, kann man sich leichter entscheiden, was man unternehmen möchte. Im nahegelegenen Braunfels (4 km), das für seine Schloßanlage („Hessisches Neuschwanstein“) bekannt ist, ist einen Besuch wert. Ein kleines Café, das zum Besuch einlädt, heißt auch so: „Kleines Café“. Es befindet sich am Markt. Sehr empfehlenswert für hausgemachte Torten. Unterhalb von Braunfels (Straße nach Weilburg) gibt es gepflegte Waldlehrpfade, die zum geruhsamen Spaziergang einladen:

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Natürlich ist auch für die Allgemeinbildung gesorgt – z.B.:

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Eine hölzerne Skulptur in Form eines Altars mit Bibel, Glocke und Kerze, aus einen ganzen Stamm geschnitten, findet sich ebenfalls am Lehrpfad:

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Aber, zurückgekehrt ins Hotel, möchte man sich wieder der Kleider entledigen – das ganze Hotel (außer innen im Restaurant) ist Nacktzone – bleibt nur noch die Frage nach dem Wohin! Vielleicht an den Pool, der am Rande mit Tischen und Stühlen versehen, auch zum Verzehr von Getränken und hausgemachten kleinen Gerichten einlädt?

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Oder lieber in die Hängematte im weitläufigen Park mit altem Baumbestand?

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Oder, in absoluter Stille in dem zu den Zimmern 7, 8 und 9 gehörenden eigenen Garten?

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Jedenfalls fügt sich ein Bestandteil der hausgemachten Suppen und Schmorgerichte nahtlos in den gepflegten Garten ein – eine Staude Liebstöckel dient als Blickfang:

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Wer Ruhe sucht, wird hier fündig. Das einzige Geräusch, das vorherrschend ist, ist das laute Vogelgezwitscher im Morgengrauen. Interessanterweise ist das Vogelkonzert gegen 6:30 Uhr abrupt zu Ende, als ob sich die gefiederten Wesen abgesprochen hätten.

Fazit: Das Parkhotel in Solms-Albshausen ist immer wieder eine Reise nach Mittelhessen wert.

Der Siegeszug von Ignoranz und Infotainment

Dieser Tage ist mir ein Artikel der NZZ untergekommen, welcher ein Schlaglicht auf die Spaßkultur, die Ignoranz und das Infotainment der westlichen Welt wirft. Die Autorin, Andrea Köhler, macht sich Gedanken über eine Bewegung, die von den USA aus auf uns herüberschwappt:

Die Amerikaner werden immer dümmer – und damit sind sie nicht allein. Soeben ist in Deutschland ein Buch mit dem Titel «Generation Doof» erschienen, in dem das Phänomen der galoppierenden Ignoranz aufs Korn genommen wird. Die Generation der Zwanzig- bis Dreissigjährigen kann zwar an die zwanzig Klingeltöne fürs Handy, nicht aber Wagner von Beethoven unterscheiden. Falls sie überhaupt noch weiss, wer Wagner und Beethoven waren. Wieder einmal hat merika die Vorbildfunktion. Oder wie Mark Twain so schön sagte: When America sneezes, Europe catches the cold.

Ich bin mir nicht so sicher – falls diese Erscheinung jemals gestimmt hat – ob es heute noch ebenso ist. Vielleicht kommt die alte Welt in ihrer Verblödung sogar ohne die vielgeschähten USA aus. Wenn ich mir die Tendenzen in den elektronischen, aber auch in den Printmedien ansehe, fällt mir auf, dass allein in der kleinen Schweiz das Überangebot der belanglosen Nachrichten einen immer größeren Stellenwert hat. Es ist nicht mehr nur der „Blick“, inzwischen gibt es ein 20 Minuten, und namhafte Zeitungen haben mit der Boulevardisierung nachgezogen, siehe z.B. die ehemals ernstzunehmende Basler Zeitung.

Weiter in ihrem Artikel schreibt Andrea Köhler über die gesellschaftliche Ächtung der Melancholie. Was ich als “nachdenkliches Innehalten” bezeichne, sehen Andere vielleicht schon als Party-Stimmungstöter in unserer ach so lustigen und fröhlichen Welt, Nochmals Zitat aus Andrea Köhlers Artikel:

Interessanter ist da vielleicht ein anderer Aspekt: nämlich der merikanische Zwang zum Glücklichsein oder, mit dem Autor von Against Happiness» gesprochen: das Verbot der Melancholie. Eine Nation, die alles Grübeln mit Prozac austreibt, verliert nicht nur eine wichtige Quelle der Inspiration, sondern auch die Reflexionsfähigkeit. Die Gewohnheit, selbst milde Anfälle von Traurigkeit schon bei Kindern mit Medikamenten zu unterdrücken, leistet der grassierenden leichgültigkeit in sämtlichen Lebensbereichen Vorschub; wer nichts als Spass im Kopf hat, wird sich kaum um gravierendere Probleme als Paris Hiltons neueste Eskapaden scheren.

Nun ist es ja leider nicht so, dass die allgemeine Verdummung vor den Printmedien haltmachte. Die zunehmende Bereitschaft auch der eriösen Zeitungen, sich dem galoppierenden Schwachsinn aus Angst or einem vermeintlichen Verlust von Lesern (und Anzeigenkunden) eilfertig anzubiedern, ist womöglich besorgniserregender als die Exzesse der digitalen Demenz. Darüber hinaus sind die Grenzenz zwischen den unterschiedlichen Medien im Begriff sich aufzulösen. Auch der Kotau vor den Skandalisierungen der Entertainment-Industrie ist längst an den Orten der klassischen Kulturkritik selbst angekommen. Umgekehrt gewähren Fernsehen oder Internet zum Teil entlarvendere Einblicke in die geistige Verfassung unserer Repräsentanten oder Idole, als es jede gedruckte Analyse vermöchte.

Wir empfehlen hier einen Besuch auf You Tube, wo man unter dem Stichwort «Are You Smarter Than a 5th Grader?» das «American Idol» Kellie Pickler bei dem Versuch beobachten kann, die Geografie Europas («Hungry is a country?») auszuloten. Im Übrigen haben kulturpessimistische Klagen den Vorteil, dass sie so schnell nicht veralten. «Jetzt ist nur noch eine Art von Ernst in der modernen Seele übriggeblieben», notierte Friedrich Nietzsche in seinen «Unzeitgemässen Betrachtungen». «Er gilt den Nachrichten, welche die Zeitung oder der Telegraph bringt.» Die moderne Seele ist inzwischen hundertdreissig Jahre älter geworden.

Ich denke, hier ist nichts mehr hinzuzufügen. Anlass zu diesem Artikel von Frau Köhler waren mehrere amerikanische Neuerscheinungen, die sich diesem Phänomen widmen, so z.B.:

  • The Age of American Unreason by Susan Jacoby
  • Anti-Intellectualism in American Life by Richard Hofstadter

welche ich mir natürlich sofort bestellt habe.

Englischer Kuchen

Zutaten

  • 150g Butter
  • 150g Zucker
  • etwas Zitronenzeste
  • ausgekratztes Mark von ½ Vanilleschote
  • 3 Eier
  • Prise Salz
  • 100g Weinbeeren / Rosinen
  • 50g Zitronat
  • 50g Orangeat
  • 50g Fruits confits
  • 250g Mehl
  • 11g Backpulver
  • ca. 100ml italienischer Brandy

Herstellung

Weiche Butter (mit Zitronenzeste und Vanillemark) zusammen mit dem Zucker in der Rührmaschine schaumig aufschlagen. Nacheinander die Eigelb hinzugeben, warten, bis das Gerät die Masse wieder völlig homogen und schaumig geschlagen hat. Backpulver im Mehl vermischen. Das Mehl abwechselnd mit dem Brandy unter die Masse arbeiten. Die Weinbeeren und die kandierten Früchte daruntermischen. Den mit einer Prise Salz steifgeschlagenen Eischnee unterheben, und das Ganze in eine passende Cake-Form geben. Bei 170°C Umluft anbacken, und bei 150°C fertigbacken. Insgesamt ca. 60 Minuten.

Silvester im Westerwald


Nachtrag im Dezember 2015: Das Tannenhotel in Puderbach-Richert ist seit 2015 geschlossen.


Ein FKK-Aufenthalt im Tannenhotel Puderbach

Vier Tage Kurzurlaub können durchaus sehr erholsam sein. So haben wir unseren Aufenthalt im Tannenhotel in Puderbach-Richert (Landkreis Neuwied) in (fast) guter Erinnerung. Zu dem Wörtchen „fast“ weiter unten mehr. Es folgt die Schilderung unserer persönlichen Eindrücke, gemischt mit Fakten über Gegend und Haus.

Lage, Landschaft und Umgebung

Das Hotel befindet sich weitab von jedem Verkehr. Der Ortsteil Richert ist ein Weiler nördlich der Ortsgemeide Puderbach, welche mit allen 5 Ortsteilen zusammen 2300 Einwohner zählt. Zum Hotel führt ein kleines Sträßchen, welche nach dem Haus in einen Waldweg übergeht. Wenn nicht gerade der Gast im Nachbarzimmer hustet oder seinen Fernseher allzu laut eingestellt hat, ist die genußvolle Stille bemerkenswert.

Der „Naturpark Rhein-Westerwald“ mit 442km² als bekanntes Feriengebiet in Deutschland hat schon (wirtschaftlich) bessere Zeiten erlebt. Leider sind es immer weniger junge Leute, die ihre Erholung im Wandern und in der Stille suchen. Der Wald, der das Tannenhotel umgibt, setzt sich vorwiegend aus Nadelhölzern, Buchen und Eichen zusammen, und befindet sich in einer reizvollen Berg- und Tallandschaft.

Das Hotel und seine Geschichte

Das Tannenhotel war ursprünglich – 1973 – nur eine Sauna mit Hallenbad. Dann wurde die Anlage um ein Restaurant erweitert, und später wurden Hotelzimmer errichtet, damit die Saunagäste, die von weither angereist waren, eine Bleibe finden konnten. Die letzte Erweiterung fand in der 90er Jahren statt, als ein weiterer Hoteltrakt mit beträchtlicher Eigenleistung durch die Besitzerfamilie angebaut worden ist. Heute wird das Haus vom Ehepaar Franz Moritz mit seinen Kindern Iris und Thomas geführt.

Für unseren 4-Tage-Aufenthalt über die Silvestertage haben wir eine Suite gebucht, die im Prinzip aus zwei Hotelzimmern besteht: zwei Vorräume, zwei Badezimmer mit WC und Dusche, ein Wohnzimmer mit Polstergruppe und einem Schlafzimmer. Wir hatte selten eine so geräumige und liebevoll eingerichtete Bleibe. Und dies zu einem Preis von insgesamt 408€, Halbpension für uns beide inbegriffen.

Essen und Trinken

Stichwort Halbpension. Die Mahlzeiten werden in einem geräumigen Saal eingenommen. Die Gestaltung des Raums hat uns etwas an die FDGB/FDJ-Säle der ehemaligen DDR erinnert. Das Frühstücksbuffer ist hervorragend und reichhaltig, und steht für die Gäste von 08:30 Uhr an bereit.

Die übrigen Mahlzeiten werden „à la carte“ serviert, zu jeder Zeit zwischen 09:00 Uhr und 20:00 Uhr. Dies gilt auch für das Abendessen der Halbpension, welches sich jeder Gast im Laufe des Tages aus der Karte aussuchen kann. Zu jedem Abendessen gehört ein Salatbuffet, welches grünen Salat, grüne Bohnen, Mais, rote Kidneybohnen, Tomaten, Gurke, Fetakäse und Thunfisch aus der Dose anbietet. Zum Glück standen neben dem industriellen Salatdressing aus der Flasche auch je ein Fläschchen Essig und Öl – die klassische Salatsauce zusammen mit Salz und Pfeffer.

Die Karte setzt sich zusammen aus Fertiggerichten (alle mit/in Sauce) sowie aus hausgemachten Fleischgerichten aus der Pfanne. Zu letzteren zählen hervorragende Steaks vom Rind und Schnitzel vom Schwein, genau richtig auf den Punkt zubereitet. Leider waren sie ausschließlich von Dosengemüse begleitet. Der völlig zerkocht servierte Reis ist gewiß nicht jedermanns Sache, zum Ausgleich jedoch die Pommes Frites waren von guter Qualität, ebenso wie die Salzkartoffeln von ordentliche zubereitet sind. An die Fertiggerichte in Sauce haben wir uns nicht so recht herangetraut…

Die Getränkekarte ist ansprechend. Es werden verschiedene Biere angeboten, und hervorragende Weiß- und Roséweine einheimischer Produktion. Der einzige Rotwein ist ein vin de pays aus der französischen Hérault-Region.

Für den Silvesterabend wurde kein spezielles Menu angeboten, das übliche Auswählen aus der Karte war angesagt. Nach dem Essen wurden die Teppiche für einen Tanz zu lautstarker Schlagermusik beseite gerollt, und die Gäste durften sich gemeinsam an einen großen Tisch setzen. Da die Lautstärke der abgespielten Musikkonserven ein gepflegtes Gespräch mit den anderen Gästen sehr schwierig gemacht hätte, zogen wir es vor, auf unser schönes Zimmer zu gehen, um den Abend bei einem Canasta-Spiel zu ausklingen zu lassen.

Fazit zum Thema Essen und Trinken: Für nur vier Tage findet man eine durchschnittliche bis gute Verpflegung, aber bei einem längeren Aufenthalt wäre das „Essen à la carte“ doch etwas sehr eintönig. Und für Vegetarier ist leider überhaupt nichts auf der Karte. Der Umstand, dass bei teilweise besetztem Speisesaal nur soviele Lampen wie unbedingt nötig eingeschaltet worden sind, war vielleicht nur ein dummer Zufall.

Sauna und Hallenbad / Außenanlage

Der Bereich, welcher das Tannenhotel zum FKK-Hotel klassifiziert, ist die Saunaanlage mit Hallenbad, welche sich im Untergeschoß beziehungsweise im Erdgeschoß befinden, je nachdem, ob man das Haus von vorne oder von hinten betrachtet. Dazu gehört auch eine sehr schöne Außenanlage mitten im Grünen, bestehend aus einer zusätzlichem „Ruhehütte“ und einem kleinem (ungeheizten) Pool. Natürlich ist dieser Bereich nur etwas für die warme Jahreszeit…

Also zurück nach innen. Es gibt eine Dampfsauna und zwei finnische Saunen, wovon nur eine in Betrieb ist. Außerdem gibt’s einen Pool und ein (kostenpflichtiges) Solarium. Die gesamte Einrichtung kann, wie in den meisten übrigen FKK-Hotels auch, von externen Gästen besucht werden. Zu der Innenanlage schreibt ein Usenet-Teilnehmer aus den Niederlanden in nl.naturisme:

Je boft alleen als het stralend zonnig weer is, dan kun je lekker naar buiten. Binnen is het vrij somber en een beetje vergane glorie. Ook met weinig gasten, tamelijk leeg en dus ongezellig. Voor ons geen tweede keer meer.

Sinngemäße Übersetzung:

Zum Glück war strahlendes Wetter, so dass wir prima nach außen gehen konnten. Drinnen ist die Anlage ziemlich trist und hat ihre besten Zeiten hinter sich. Auch bei wenigen Gästen ist es eher ungemütlich. Für uns kein zweites Mal mehr.

Wenn diese Einschätzung auch recht hart klingt, ein wenig trifft sie auch unsere Empfindung. Es ist schade, dass der Ruheraum im Innenbereich sehr klein und nicht sonderlich einladend ist. In einem verwinkelten Nebenraum stehen gerade einmal 5 Liegestühle bereit – für die kalte Jahreszeit definitiv zu wenig. Und der Umstand, dass die Wirtin zum Ende der Saunabenutzungszeit (schon um 18:00 Uhr) die Heizkörper abstellt, trägt auch nicht zur Gemütlichkeit des Raums bei. Am nächsten Tag werden die Heizungen von den Besuchern zwar wieder angestellt, aber der Raum ist inzwischen doch schon ausgekühlt. Wolldecken auf den Plastikliegen wären schön – aber es bleibt leider beim Konjunktiv.

Im FKK-Bereich gibt es keine Bar oder sonstige Bewirtung, aber man darf das Restaurant (eine Treppe höher) im Bademantel besuchen.

Ein Tipp für einen schönen 2-Stunden-Spaziergang

Es lohnt sich, einen Wanderkarte „Naturpark Rhein-Westerwald Blatt 4 (Ost)“ anzuschaffen. Die 6€ zahlen sich durch eine Vielzahl attraktiver Wanderwege aus. Am Dienstag, dem Neujahrstag, haben wir einen schönen Spaziergang gemacht: Vom Hotel aus nördlich über Strunkeich, Lahrbach nach Alberthofen (Ortsteil von Niederwambach). In Alberthofen befinden sich drei Teiche eines Forellenzuchtbetriebs, der nicht mehr in Betrieb ist. Selbst ein gemauerter Räucherofen steht nun nicht mehr genutzt neben einem der Forellenteiche.

An den Teichen vorbei, durch einen Wald hindurch, führt ein Weg nach Steimel. Die Strecke führt an einem Wildgehege mit Rotwild und Ziegen vorbei. Steimel hat wie der ganze Naturpark Rhein-Westerwald ebenfalls seine besten Zeiten hinter sich: leider gibt es mehrere geschlossene Gastronomiebetriebe. Durch beschauliche Straßen mit Einfamilienhäusern geht der Pfad in südwestlicher Richtung zurück nach Richert. Wir passieren einen schönen Wald, dessen winterliche Wege mit zinn- bis schieferfarbigen Eichen- und Buchenlaub belegt sind. Je nach Lichteinfall scheinen die Moospolster links und rechts in intensivem Grün zu leuchten.

Zusammenfassung

Das Tannenhotel ist eine erstklassige Empfehlung für den Urlaubsgast, der Ruhe und Erholung in einer schönen Landschaft sucht, und der in einem liebevoll eingerichtetem Zimmer wohnen möchte. Gute Wanderschuhe sind die perfekten Begleiter. Die Ansprüche an die Sauna- und Pool-Anlage sollte der Gast mindestens im Winter nicht zu hoch setzen, ebenso wie er keine kulinarischen Höhenflüge erwarten darf. Aber zum Ausgleich sind alle Mitglieder der Wirtefamilie sehr freundlich und zuvorkommend, was in heutiger Zeit nicht hoch genug gelobt werden kann.